
Hamburg, 8. Juli 2026 (JPD). Der Richterwahlausschuss in Hamburg hat Dr. Dorothee Wissing zur neuen Vizepräsidentin des Finanzgerichts Hamburg gewählt. Zugleich wurde Dr. Karin Bieback zur Vizepräsidentin des Landessozialgerichts Hamburg gewählt.
Wissing folgt am Finanzgericht auf Dr. Frank Schindler, der im Februar zum Präsidenten des Gerichts ernannt worden war. Bieback folgt am Landessozialgericht auf Dr. Thomas Kuhl-Dominik, der bereits im November vergangenen Jahres zum Präsidenten des Landessozialgerichts ernannt wurde.
Justizsenatorin Anna Gallina würdigte beide Juristinnen als erfahrene und führungsstarke Persönlichkeiten. Sie verfügten über umfangreiche Erfahrung in der Rechtsprechung und bewegten sich zugleich sicher im Bereich der Verwaltung. Beide verbänden Kompetenz und Engagement, unter anderem in der Ausbildung von Referendarinnen und Referendaren, im Bereich der Gleichstellung und bei der Digitalisierung der Justiz.
Dr. Dorothee Wissing wurde 1975 geboren. Nach dem Abitur absolvierte sie zunächst ein duales Studium zur Diplom-Finanzwirtin in der Hamburgischen Finanzverwaltung. Anschließend studierte sie Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg mit Schwerpunkt Steuerrecht und arbeitete parallel in Teilzeit im Finanzamt für Prüfungsdienste und Strafsachen. Nach der Ersten Juristischen Staatsprüfung war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald tätig und promovierte dort 2005 zur Hinterziehung von Umsatzsteuer.
Nach dem Referendariat in Hamburg wurde Wissing im Dezember 2007 zur Richterin auf Probe ernannt. 2008 übernahm sie den Vorsitz einer Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen am Amtsgericht Hamburg-Mitte. Nach einer Abordnung an das Finanzgericht Hamburg war sie dort ab 2014 als Richterin tätig und wurde 2023 zur Vorsitzenden Richterin ernannt. Neben ihrer richterlichen Tätigkeit engagierte sie sich unter anderem in der Referendarausbildung, als Gleichstellungsbeauftragte, im Präsidium und im Mentoren-Team.
Dr. Karin Bieback wurde 1974 in Marburg geboren. Nach dem Ersten Staatsexamen in Hamburg absolvierte sie einen Master of Laws an der University of Kent in Großbritannien. Ihr Referendariat leistete sie wieder in Hamburg, wo sie 2003 die Zweite Juristische Staatsprüfung ablegte. Anschließend war sie zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Hamburg-Harburg tätig.
Im Jahr 2006 wurde Bieback zur Richterin auf Probe ernannt, 2008 folgte die Ernennung zur Richterin auf Lebenszeit am Sozialgericht Hamburg. Nach Abordnungen an die Justizbehörde und an das Landessozialgericht wurde sie 2015 zur Richterin am Landessozialgericht Hamburg ernannt. Seit 2017 ist sie Präsidialrichterin mit Schwerpunkt auf IT- und Präsidiumsangelegenheiten. In dieser Funktion verantwortet sie maßgeblich Digitalisierungsprojekte wie die Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs und der elektronischen Akte.
Berufsrichterinnen und Berufsrichter werden in Hamburg vom Richterwahlausschuss in geheimer Wahl gewählt. Auf Grundlage dieses Vorschlags erfolgt anschließend die Ernennung durch den Senat. Dem Richterwahlausschuss gehören 14 stimmberechtigte Mitglieder an, darunter Senatsvertreterinnen und -vertreter, bürgerliche Mitglieder, Richterinnen und Richter sowie Vertreterinnen und Vertreter der Anwaltschaft beziehungsweise je nach Abstimmung Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter.





