Umsatz mit Umweltschutzgütern sinkt erstmals seit sechs Jahren

Wiesbaden, 16. Juli 2026 (JPD). Die Betriebe des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors haben 2024 mit Gütern und Leistungen für den Umweltschutz 117,5 Milliarden Euro umgesetzt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent. Es war der erste Rückgang seit sechs Jahren.

Die Zahl der sogenannten Green Jobs blieb mit rund 404.900 Vollzeitäquivalenten nahezu unverändert. Gegenüber dem Vorjahr ging sie lediglich um 300 Beschäftigte zurück.

Klimaschutz bleibt umsatzstärkster Bereich

Mit Klimaschutzmaßnahmen wurden 73 Milliarden Euro umgesetzt und damit 2,8 Prozent mehr als 2023. Davon entfielen 36,2 Milliarden Euro auf erneuerbare Energien und 34,1 Milliarden Euro auf Energieeffizienz und Energieeinsparungen.

Deutlich rückläufig waren dagegen die Umsätze im Bereich Luftreinhaltung. Sie sanken um 15,7 Prozent auf 19,6 Milliarden Euro. Der Umsatz mit Elektromobilität ging erstmals seit Beginn der Erfassung im Jahr 2019 zurück – um 11,5 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro. Bei der katalytischen Abgasreinigung betrug das Minus 25,4 Prozent.

Das Verarbeitende Gewerbe erwirtschaftete mit 84,8 Milliarden Euro rund 72 Prozent der umweltbezogenen Umsätze. Zugleich arbeiteten dort 257.200 und damit knapp zwei Drittel der Beschäftigten im Umweltschutzbereich.

Industrie investiert vor allem in den Klimaschutz

Die Industrie investierte insgesamt rund 21,8 Milliarden Euro in den Umweltschutz. Davon entfielen 21,2 Milliarden Euro auf Sachanlagen. Mehr als die Hälfte dieser Sachinvestitionen floss mit 11,9 Milliarden Euro in den Klimaschutz, insbesondere in die Nutzung erneuerbarer Energien.

Weitere 7,2 Milliarden Euro wurden in die Abwasser- und Abfallwirtschaft investiert. Den größten Anteil der Umweltschutzinvestitionen trugen mit 15,4 Milliarden Euro Unternehmen der Ver- und Entsorgungswirtschaft.

Markiert:
Cookie Consent mit Real Cookie Banner