
Mainz, 31. Juli 2026 (JPD). Die AfD bleibt in der Projektion des ZDF-Politbarometers stärkste politische Kraft und baut ihren Vorsprung vor der Union aus. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, käme sie auf 28 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt mehr als Mitte Juli. CDU und CSU bleiben unverändert bei 23 Prozent.
Die Grünen verlieren einen Punkt und erreichen 13 Prozent. SPD und Linke kämen jeweils auf zwölf Prozent, wobei die Linke einen Prozentpunkt einbüßt. Die FDP verharrt bei vier Prozent. Auf die übrigen Parteien entfallen zusammen acht Prozent. Keine von ihnen erreicht mindestens drei Prozent. Eine Mehrheit für eine Koalition aus Union und SPD gäbe es damit weiterhin nicht.
Von der Projektion zu unterscheiden ist die politische Stimmung. Dort liegen Union und AfD mit jeweils 23 Prozent gleichauf. Die Grünen erreichen in der politischen Stimmung 18 Prozent, SPD und Linke jeweils 13 Prozent sowie die FDP vier Prozent.
Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung bleibt hoch. 68 Prozent der Befragten bewerten ihre Arbeit als eher schlecht, 28 Prozent als eher gut. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz erhält überwiegend negative Bewertungen. 70 Prozent halten seine Arbeit für eher schlecht, 26 Prozent für eher gut. Mehrheitliche Unterstützung erhalten Regierung und Kanzler nur von den Anhängern der Union.
Gemischt fällt das Urteil über die personellen Veränderungen nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Vorsitzender der Unionsfraktion aus. 55 Prozent finden es grundsätzlich gut, dass mehrere Spitzenämter neu besetzt wurden. Lediglich 17 Prozent erwarten dadurch jedoch eine Verbesserung der Regierungsarbeit. 61 Prozent rechnen mit keinen größeren Auswirkungen.
Das Vorgehen des Bundeskanzlers bei dem Personalwechsel wird mehrheitlich kritisch gesehen. 57 Prozent meinen, Merz habe seine Sache eher schlecht gemacht. 21 Prozent bewerten sein Vorgehen positiv. Selbst unter den Anhängern der Union überwiegt mit 43 Prozent knapp die Kritik. 39 Prozent urteilen dort positiv.
In der Rangliste der zehn wichtigsten Politiker bleibt Verteidigungsminister Boris Pistorius mit einem Wert von 1,5 auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf an der Spitze. Es folgen Cem Özdemir mit 0,9 und Johann Wadephul mit 0,1. Friedrich Merz liegt mit minus 1,5 auf dem vorletzten Platz. Schlusslicht ist weiterhin AfD-Chefin Alice Weidel mit minus 2,4.
Eine Mehrheit spricht sich zudem für schärfere Gesetze und Regelungen im Umgang mit sogenannten Gefährdern aus. 57 Prozent befürworten Verschärfungen. Besonders hoch ist die Zustimmung unter den Anhängern von Union, AfD und FDP mit jeweils 73 Prozent. Bei den SPD-Anhängern sind es 54 Prozent.
41 Prozent halten dagegen eine konsequentere Anwendung der bestehenden Regelungen für ausreichend. Diese Auffassung vertreten jeweils 66 Prozent der Anhänger von Grünen und Linken. Insgesamt sind 67 Prozent der Befragten der Meinung, dass in Deutschland zu wenig zum Schutz vor Anschlägen getan wird.
Beim Klima- und Hitzeschutz sehen die Befragten ebenfalls deutliche Defizite. 54 Prozent meinen, die Politik unternehme zu wenig für den Klimaschutz. 83 Prozent halten die Maßnahmen zum Schutz vor großer Hitze für unzureichend. 74 Prozent sorgen sich, dass extreme Wetterereignisse in den kommenden Jahren deutlich häufiger auftreten werden.
Die Unzufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie erreicht nach Angaben der Forschungsgruppe Wahlen einen Höchststand. 54 Prozent zeigen sich unzufrieden, 44 Prozent zufrieden. Im Osten liegt der Anteil der Unzufriedenen mit 64 Prozent höher als im Westen mit 52 Prozent.
Für das Politbarometer befragte die Forschungsgruppe Wahlen vom 28. bis 30. Juli 2026 insgesamt 1.405 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch und online. Die Umfrage ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland.





