Neuer Wehrdienst startet erfolgreich – 96 Prozent der angeschriebenen Männer antworten

Berlin, 24. Juni 2026 (JPD) Rund fünf Monate nach Einführung des neuen Wehrdienstes hat das Bundesverteidigungsministerium eine positive Zwischenbilanz gezogen. Die wieder eingeführte Wehrerfassung funktioniere reibungslos, die Rücklaufquote bei den verpflichtend angeschriebenen jungen Männern liege bei 96 Prozent. Zugleich verzeichnet die Bundeswehr einen deutlichen Anstieg bei Bewerbungen und Einstellungen.

Seit Mitte Januar wurden nach Angaben des Ministeriums rund 298.200 Anschreiben an 18-Jährige versandt. Davon entfielen etwa 153.200 auf männliche Personen, die gesetzlich zur Beantwortung des Fragebogens verpflichtet sind, sowie rund 145.000 auf Personen anderen Geschlechts, für die die Teilnahme freiwillig ist. Während nahezu alle angeschriebenen Männer fristgerecht antworteten, beteiligten sich von den freiwillig angeschriebenen Personen rund vier Prozent.

Die Wehrerfassung dient der Aktualisierung von Erreichbarkeits- und Verfügbarkeitsdaten für den Spannungs- und Verteidigungsfall. Gleichzeitig soll sie Interessierte frühzeitig auf mögliche Laufbahnen bei der Bundeswehr aufmerksam machen.

Mehr als jeder fünfte männliche Teilnehmer bekundete nach Angaben des Ministeriums Interesse an einem Wehrdienstverhältnis. Bei den freiwillig teilnehmenden Personen anderen Geschlechts lag dieser Anteil sogar bei rund 55 Prozent. Die Bundeswehr nimmt anschließend Kontakt zu den Interessierten auf, um Beratungsgespräche, Musterungen und gegebenenfalls weitere Auswahlverfahren zu organisieren.

Obwohl die neue Musterungsorganisation noch bis Juli 2027 aufgebaut wird, konnten bislang bereits rund 1.500 Musterungen und Assessments durchgeführt werden. Weitere etwa 600 Termine stehen bevor. Von den bisher gemusterten Männern wurden rund 80 Prozent als wehrdienstfähig eingestuft.

Für das Jahr 2026 konnten nach Angaben des Ministeriums bereits mehr als 530 Interessierte aus dem Kreis der Fragebogenrückläufer verbindlich für einen Wehrdienst eingeplant werden. Viele weitere Bewerber stünden wegen laufender Schul- oder Ausbildungszeiten erst in den kommenden Jahren zur Verfügung.

Parallel zur Einführung des neuen Wehrdienstes verzeichnet die Bundeswehr auch bei der regulären Personalgewinnung deutliche Zuwächse. Bis Ende Juni gingen rund 38.500 Bewerbungen ein. Mit etwa 11.000 Neueinstellungen wurden die Vorjahreswerte um 13 Prozent übertroffen. Die Zahl der Bewerbungen stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24 Prozent.

Für den neuen Wehrdienst selbst wurden bislang rund 10.000 Einplanungen für das Jahr 2026 vorgenommen. Dies entspricht einem Zuwachs von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor diesem Hintergrund geht das Bundesverteidigungsministerium derzeit davon aus, die gesetzlichen Personalaufwuchsziele der Streitkräfte für das Jahr 2026 erreichen zu können.

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