Wirtschaftskriminalität steigt in Baden-Württemberg um 7,6 Prozent

Stuttgart, 14. August 2026 (JPD). Die Polizei Baden-Württemberg hat im Jahr 2025 insgesamt 46 Ermittlungsverfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität geführt. Das waren rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr mit 41 Verfahren. Schwerpunkt blieb die Rauschgiftkriminalität, zugleich gewannen Cyberkriminalität und Wirtschaftsstraftaten weiter an Bedeutung.

Von den 46 Verfahren entfielen 25 beziehungsweise 54,3 Prozent auf Rauschgiftkriminalität. Zehn Verfahren betrafen Cyberkriminalität, vier Wirtschaftskriminalität. Wegen Eigentumskriminalität wurde ein Verfahren geführt.

Hinzu kamen 195 sogenannte qualifizierte Bandenverfahren im Vorfeld der Organisierten Kriminalität. Im Jahr 2024 waren es noch 248 gewesen. Auch hier bildete Rauschgiftkriminalität mit 81 Verfahren den größten Bereich, gefolgt von Eigentumskriminalität mit 59 Verfahren.

Im Fokus der Ermittler standen unter anderem internationale Tätergruppierungen sowie Strukturen der italienischen und russisch-eurasischen Organisierten Kriminalität, der Clan- und Rockerkriminalität.

Wirtschaftskriminalität verursacht 275,6 Millionen Euro Schaden

Deutlich gestiegen ist auch die Wirtschaftskriminalität. Die Polizei registrierte 2025 insgesamt 5.944 Straftaten und damit 7,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Fallzahl lag allerdings weiterhin unter dem Zehnjahresdurchschnitt von rund 6.800 Fällen.

Der durch Wirtschaftskriminalität verursachte Vermögensschaden erhöhte sich um 3,9 Prozent auf rund 275,6 Millionen Euro. Damit entfiel nach Angaben des Innenministeriums etwa ein Drittel des gesamten in der Polizeilichen Kriminalstatistik Baden-Württembergs erfassten Schadens auf Wirtschaftsstraftaten.

Besonders deutlich nahm der Subventionsbetrug zu. Die Zahl der Fälle stieg von 341 auf 693 und hat sich damit mehr als verdoppelt. Der Schaden erhöhte sich von rund 20 Millionen auf rund 37 Millionen Euro. Verantwortlich dafür waren insbesondere nachträgliche Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen.

Deutlich mehr falsche Polizeibeamte, Enkeltricks und Schockanrufe

Auch betrügerische Anrufstraftaten nahmen stark zu. Bei den Phänomenen „Falscher Polizeibeamter“, „Enkeltrick“ und „Schockanruf“ registrierte die Polizei 14.571 Straftaten. Das waren 66 Prozent mehr als 2024.

Der dadurch entstandene Vermögensschaden belief sich auf rund 21,8 Millionen Euro. Allerdings blieben 96,3 Prozent der bekannt gewordenen Fälle im Versuchsstadium.

Ebenfalls deutlich gestiegen ist der sogenannte Cybertrading-Fraud. Bei dieser Form des Anlagebetrugs nutzen internationale Tätergruppierungen professionelle Internetplattformen und technische Infrastrukturen, um Opfer zu Investitionen in tatsächlich nicht vorhandene Finanzprodukte zu bewegen.

Die Polizei registrierte 5.593 Fälle und damit 45,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gesamtschaden belief sich auf rund 212,8 Millionen Euro.

Zur Bekämpfung der Finanzkriminalität arbeiten seit Juli 2025 Spezialisten von Polizei, Steuerfahndung und Generalstaatsanwaltschaft in der Taskforce Finanzkriminalität Baden-Württemberg zusammen. Ziel ist es insbesondere, Vermögenswerte krimineller Netzwerke aufzuspüren und abzuschöpfen.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner