Kommunales Finanzierungsdefizit bleibt auf Rekordniveau

Wiesbaden, 01.10.2026 (JPD) – Die deutschen Kommunen haben im ersten Halbjahr 2026 erneut ein Finanzierungsdefizit von 20,1 Milliarden Euro verzeichnet. Damit blieb das Minus auf dem Rekordniveau des Vorjahreszeitraums, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Zahlen mitteilte.

Die bereinigten Ausgaben der Gemeinden und Gemeindeverbände stiegen gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 2,7 Prozent auf 204,1 Milliarden Euro. Die Einnahmen erhöhten sich um 3,0 Prozent auf 184,0 Milliarden Euro. Das Defizit entfiel mit 20,0 Milliarden Euro nahezu vollständig auf die kommunalen Kernhaushalte.

Besonders stark stiegen die Zinsausgaben mit einem Plus von 13,1 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Die Personalausgaben erhöhten sich um 5,2 Prozent auf 54,7 Milliarden Euro. Dagegen gingen die Sachinvestitionen um 4,5 Prozent auf 21,7 Milliarden Euro und die Ausgaben für Baumaßnahmen um 2,4 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro zurück.

Die kommunalen Steuereinnahmen legten insgesamt lediglich um 0,9 Prozent auf 57,3 Milliarden Euro zu. Die Gewerbesteuereinnahmen sanken dabei um 2,0 Prozent auf 30,8 Milliarden Euro. Zuwächse gab es unter anderem bei der Grundsteuer und beim Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer.

Bereits im ersten Halbjahr 2025 hatte das kommunale Finanzierungsdefizit 20,1 Milliarden Euro betragen. Dies war der höchste Wert für eine erste Jahreshälfte seit der deutschen Vereinigung 1990.

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