
Berlin, 25. Juni 2026 (JPD) Der Deutsche Bundestag hat Prof. Dr. Moritz Hennemann zum neuen Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit gewählt. Er tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider an, die ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgibt. Die bisherige Amtsinhaberin wird die Behörde noch bis zum 30. September 2026 leiten.
Specht-Riemenschneider begrüßte die Wahl ihres Nachfolgers und bezeichnete Hennemann als „sehr klugen und äußerst engagierten Kollegen“. Sie zeigte sich erfreut, dass die Koalition rasch eine Nachfolgeregelung gefunden habe, und kündigte an, ihn gemeinsam mit der Behörde willkommen zu heißen.
Hennemann studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg, Krakau und Oxford. Nach Stationen als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Rechtsanwalt sowie einem Forschungsaufenthalt an der Harvard Law School habilitierte er sich 2019 an der Universität Freiburg. Anschließend hatte er den Lehrstuhl für Europäisches und Internationales Informations- und Datenrecht an der Universität Passau inne und leitete dort die Forschungsstelle für Rechtsfragen der Digitalisierung.
Derzeit ist Hennemann Professor für Zivilrecht mit Schwerpunkt Informations-, Medien- und Internetrecht an der Universität Freiburg sowie Direktor des Instituts für Medien- und Informationsrecht. Darüber hinaus ist er nebenamtlicher Richter am Oberlandesgericht Karlsruhe.
Mit der Wahl übernimmt Hennemann künftig die Leitung der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörde des Bundes. Zu den zentralen Aufgaben des Bundesbeauftragten gehören die Kontrolle der Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorschriften bei Bundesbehörden sowie die Aufsicht über den Datenschutz in bestimmten Bereichen der Telekommunikation und der digitalen Wirtschaft.





