ARD-DeutschlandTREND: Zwei Drittel besorgt über Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt

Berlin, 8. September 2026 (JPD) Zwei Drittel der Wahlberechtigten in Deutschland blicken besorgt auf das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Nach einem ARD-DeutschlandTREND extra äußerten 64 Prozent Besorgnis, 24 Prozent zeigten sich erfreut, die übrigen Befragten gleichgültig. Bei der Wahl am Sonntag war die AfD mit 43,8 Prozent deutlich stärkste Kraft geworden, hatte aber die absolute Mehrheit verfehlt.

Jeder zweite Befragte (51 Prozent) ist der Ansicht, die anderen Parteien sollten die AfD künftig stärker in die politische Arbeit einbinden. 45 Prozent sprechen sich dagegen aus. 45 Prozent meinen zudem, AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund solle nach dem Wahlergebnis zum Ministerpräsidenten gewählt werden, 48 Prozent lehnen dies ab. Für Siegmund sprechen sich neben AfD-Anhängern auch 36 Prozent der Unions-Anhänger, 18 Prozent der Grünen-Anhänger, 12 Prozent der SPD-Anhänger und 10 Prozent der Linken-Anhänger aus.

Große Unzufriedenheit mit Bundesregierung und Merz

Drei Viertel der Befragten (76 Prozent) halten einen Denkzettel für die Bundesregierung durch das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt für verdient. 18 Prozent teilen diese Einschätzung nicht. Zugleich sind 88 Prozent mit der Arbeit der Bundesregierung weniger oder gar nicht zufrieden, lediglich 10 Prozent äußern sich zufrieden.

Unter den Unzufriedenen richtet sich die Kritik vor allem gegen die CDU: 63 Prozent ärgern sich nach eigenen Angaben am meisten über die Christdemokraten, 22 Prozent über die SPD und 7 Prozent über die CSU. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) trauen 14 Prozent zu, Deutschland gut durch die anstehenden Aufgaben zu führen. 82 Prozent trauen ihm dies nicht zu; auch unter den Unions-Anhängern ist dies jeder Zweite.

Bei den geplanten Sozialreformen wünschen sich 13 Prozent eine Umsetzung etwa in den Bereichen Rente und Gesundheit wie vorgesehen. 59 Prozent sprechen sich für Korrekturen aus, 22 Prozent wollen, dass die Bundesregierung ganz auf die Reformen verzichtet. Die sogenannte Rente mit 63 wollen 74 Prozent beibehalten, auch wenn dafür die Rentenbeiträge erhöht werden müssten; 18 Prozent sind dagegen.

Uneinheitlich fällt die Einschätzung aus, welche Koalitionspartei künftig stärkeren Einfluss auf die Arbeit der Bundesregierung haben sollte. 39 Prozent wünschen sich eine stärkere Durchsetzung der Positionen der SPD, 33 Prozent der Positionen der Union.

Für den ARD-DeutschlandTREND extra befragte infratest dimap am 7. September 2026 insgesamt 1.051 Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland telefonisch und online. Die statistische Schwankungsbreite liegt je nach Anteilswert zwischen zwei und drei Prozentpunkten.

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