
Berlin, 21. April 2026 (JPD) Die Staatsanwaltschaft Berlin hat gegen einen 40-jährigen Mann Anklage vor dem Landgericht Berlin I erhoben. Ihm wird unter anderem gemeinschaftliches bandenmäßiges Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen. Nach den Ermittlungen soll sich der Angeschuldigte spätestens im Juli 2020 einer Gruppierung angeschlossen haben, die Kokain aus Brasilien nach Europa schmuggeln wollte.
Geplant gewesen seien zunächst eine Testlieferung von 300 Kilogramm sowie anschließend weitere Sendungen von jeweils mindestens 1.000 Kilogramm Kokain. Insgesamt sollen 10 bis 20 Transporte, getarnt als Reislieferungen über den Hamburger Hafen, vorgesehen gewesen sein. Ob die erste Lieferung tatsächlich durchgeführt wurde, konnte nicht festgestellt werden.
Ermittlungen zu mutmaßlichem Kokainschmuggel auf Basis von Krypto-Daten
Dem Angeschuldigten wird vorgeworfen, innerhalb der Gruppierung für die Organisation in Deutschland verantwortlich gewesen zu sein. Dazu sollen die Gründung von Scheinfirmen, die Abwicklung der Transporte sowie Lagerung und Weiterverkauf des Rauschgifts in Berlin gehört haben. Für diese Tätigkeit soll er gemeinsam mit zwei weiteren Beteiligten rund 200.000 Euro erhalten haben.
Ausgangspunkt der Ermittlungen war die Auswertung von Kommunikationsdaten verschlüsselter Krypto-Mobiltelefone, insbesondere des Dienstes „Sky ECC“. Der Angeschuldigte befindet sich derzeit in anderer Sache im Maßregelvollzug. Bereits im Jahr 2022 wurde er vom Landgericht Berlin wegen Betäubungsmittelhandels unter Nutzung des Dienstes „EncroChat“ zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren und zwei Monaten verurteilt.




