
Berlin, 14. Juli 2026 (JPD). Die Staatsanwaltschaft Berlin hat gegen einen 68 Jahre alten Mann Anklage wegen 22 Vergewaltigungen im besonders schweren Fall erhoben. Die Taten sollen jeweils mit gefährlicher Körperverletzung und einer Verletzung des Rechts am eigenen Bild zusammengetroffen sein.
Der Angeschuldigte soll 14 Frauen mit Schlafmitteln in Verbindung mit Alkohol sediert, anschließend vergewaltigt und die Taten gefilmt haben. Kennengelernt haben soll er die Frauen über Online-Dating-Plattformen. Die bereits vernommenen Frauen konnten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht an die mutmaßlichen Taten erinnern und erfuhren erst durch die Ermittlungen von den Videos.
Ermittler fanden zahlreiche Tatvideos
Die Ermittlungen waren durch Hinweise der Polizei in Verden an der Aller ausgelöst worden. Bei der Auswertung beschlagnahmter Datenträger entdeckte ein Sachverständiger im Februar 2026 zahlreiche Videos mutmaßlicher Sexualstraftaten.
Der Mann wurde am 3. März 2026 festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Insgesamt ergaben sich Hinweise auf mögliche Straftaten zum Nachteil von 58 Frauen. Gegenstand der Anklage sind zunächst 22 Taten an 14 Frauen. Zu 30 weiteren namentlich bekannten sowie zehn bislang nicht identifizierten Frauen dauern die Ermittlungen gesondert an.
Weitere 36 mutmaßliche Vergewaltigungen aus den Jahren 2010 bis 2014 stellte die Staatsanwaltschaft wegen Verjährung ein. Eine für eine längere Verjährungsfrist erforderliche Gewaltanwendung habe sich in diesen Fällen nicht hinreichend nachweisen lassen.
Die Staatsanwaltschaft beantragt neben einer Verurteilung auch die anschließende Sicherungsverwahrung. Der Angeschuldigte hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das Landgericht Berlin I muss nun über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.





