
Saarbrücken, 7. Oktober 2026 (JPD) Die Zahl der Rechtsextremisten im Saarland ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Nach dem Lagebild Verfassungsschutz 2025 erhöhte sich das Personenpotenzial von rund 370 auf etwa 410. Zugleich registrierten die Behörden einen deutlichen Anstieg rechtsextremistisch motivierter Gewalttaten.
Insgesamt wurden 491 rechtsextremistisch motivierte Straftaten gezählt, nach 477 im Vorjahr. Die Zahl der Gewalttaten stieg von 17 auf 32. Rund zehn Prozent der erkannten oder vermuteten Rechtsextremisten gelten als gewaltorientiert.
Auch das islamistische Personenpotenzial nahm leicht von rund 430 auf 440 Personen zu. Davon werden rund 380 dem Salafismus zugerechnet. Die Zahl islamistisch motivierter Straftaten stieg von 18 auf 25. Bei den Reichsbürgern erhöhte sich das Personenpotenzial von rund 280 auf etwa 300.
Im Bereich Linksextremismus blieb das Gesamtpotenzial mit rund 250 Personen stabil. Allerdings stieg die Zahl der als gewaltorientiert eingestuften Personen von rund 65 auf 85. Die Zahl linksextremistisch motivierter Straftaten erhöhte sich von 25 auf 39, darunter elf Gewalttaten.
Neben extremistischen Bestrebungen verweist der Verfassungsschutz auf wachsende Gefahren durch Spionage, Sabotage, Cyberangriffe und Desinformation ausländischer Akteure. Das Saarland hat seine Verfassungsschutzbehörde deshalb unter anderem um zehn zusätzliche IT-Stellen verstärkt. Zudem trat im Juli 2026 ein umfassend novelliertes Saarländisches Verfassungsschutzgesetz in Kraft.






