
Hannover, 30. Juli 2026 (JPD). Die Zahl der Cyberstraftaten in Niedersachsen ist im Jahr 2025 auf einem konstant hohen Niveau geblieben. Insgesamt registrierte die Polizei 30.702 Fälle und damit 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das niedersächsische Innenministerium mitteilte.
Die Zahl der im Inland begangenen Cyberstraftaten stieg dagegen um 2,4 Prozent auf 13.392 Fälle. Dies war der höchste Stand der vergangenen fünf Jahre. Bei den seit 2024 gesondert erfassten Taten aus dem Ausland oder mit ungeklärtem Tatort sank die Zahl um 2,8 Prozent auf 17.310 Fälle.
Den größten Anteil hatte erneut der Computerbetrug. Die Zahl dieser Fälle nahm auf 20.436 zu und machte damit rund zwei Drittel aller registrierten Cyberdelikte aus. Der erfasste Schaden belief sich auf 26 Millionen Euro.
Allein durch Angriffe auf das Onlinebanking entstand ein Schaden von 13,5 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 11,5 Millionen Euro gewesen. Die Polizei registrierte in diesem Bereich insgesamt 2.257 Fälle. Häufig nutzten Täter durch Phishing erlangte Zugangsdaten, um auf fremde Bankkonten zuzugreifen.
Auch die Zahl der Ransomware-Angriffe stieg wieder leicht. 2025 wurden 67 solcher Angriffe auf Unternehmen, Behörden und andere Institutionen registriert und damit fünf mehr als im Vorjahr. Der dabei erfasste Schaden betrug rund 1,4 Millionen Euro. Bei Ransomware verschlüsseln Täter Daten oder IT-Systeme und verlangen für deren Freigabe Lösegeld. Zunehmend drohen sie zusätzlich mit der Veröffentlichung gestohlener Daten.
Die niedersächsischen Behörden registrierten außerdem 16 sogenannte DDoS-Angriffe, bei denen Computersysteme durch massenhafte Anfragen überlastet werden. Neun dieser Taten wurden der Gruppierung „NoName057(16)“ zugerechnet. Nach Angaben des Innenministeriums ist bei solchen Angriffen häufig von einer politischen Motivation auszugehen.
Die gesamte Schadenssumme aller Straftaten, bei denen das Internet als Tatmittel eingesetzt wurde, lag 2025 in Niedersachsen bei 217,5 Millionen Euro. Innenministerin Daniela Behrens erklärte, durch geopolitische Spannungen, künstliche Intelligenz und spezialisierte kriminelle Dienstleistungen im Internet werde es für Ermittler zunehmend schwieriger, finanziell motivierte Kriminalität von staatlich gesteuerter Cyberspionage oder politisch motivierten Angriffen zu unterscheiden.
Das Land will deshalb seine Ermittlungsbehörden weiter verstärken. Im laufenden Jahr sollen 20 zusätzliche Spezialisten für Ermittlungen im Bereich vernetzter Geräte und Fahrzeug-IT eingestellt werden. Für 2027 sind weitere Stellen in der Cyberforensik vorgesehen.
Bei einem Besuch des Landeskriminalamts Niedersachsen und der Polizeidirektion Hannover informierte sich Behrens zudem über ein Ermittlungsverfahren gegen international agierende Onlinebetrüger. Die Beschuldigten sollen über gefälschte Onlineshops Bankzugangsdaten erlangt und diese an andere Tätergruppen verkauft haben. Die Ermittlungen erfolgten unter Leitung der Staatsanwaltschaft Verden und in Zusammenarbeit mit Europol sowie Behörden aus mehreren europäischen Ländern und Singapur.





