Rund 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten im Justizvollzug in Rheinland-Pfalz. Die 12 Justizvollzugseinrichtungen des Landes verfügen über circa 3.300 Haftplätze. Diese Angaben beschreiben die Leistungen der Bediensteten nur unzureichend. Zum Jahreswechsel möchten wir deshalb einen etwas anderen Blick hinter Gitter wagen und die Fragen aufwerfen:

„Wussten Sie schon, dass…?“

…die Versorgung der Gefangenen eine logistische Meisterleitung ist? In der hauseigenen Bäckerei der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wittlich werden monatlich 15 Tonnen Mehl verarbeitet. Hieraus backen die Gefangenen unter Anleitung und Aufsicht von Beamtinnen und Beamten 28 Tonnen Brot, 6.500 Kuchen, 3.100 Teilchen und 6.000 Brötchen für den Justizvollzug des ganzen Landes. Im Dezember dürfen dabei 1.100 Christstollen nicht fehlen.

…zur JVA Wittlich ungefähr so viele Tiere wie Gefangene gehören? Drei Gefangene aus dem offenen Vollzug betreuen 600 Hühner, die in Freilandhaltung in zwei mobilen Hühnerställen in der Nähe der JVA Wittlich leben. Die Legeleistung von 550 Eiern täglich kann sich dabei durchaus sehen lassen.

…die drei großen Gefangenentransportbusse der JVA Rohrbach mehrere „Weltreisen“ pro Jahr absolvieren? Zum Transport der Gefangenen legen sie pro Jahr insgesamt 100.000 km zurück und reisen damit ca. zweieinhalb Mal um die Welt.

…die JVA Zweibrücken pro Jahr 4.500 Pflanzen verkauft und 2.900 Paar Schuhe produziert?

…die JVA Zweibrücken 19 unterschiedliche berufliche Qualifizierungsmaßnahmen anbietet und in den letzten 10 Jahren 20 Gefangene als beste Absolventinnen und Absolventen des gesamten Kammerbezirks der IHK Pfalz ausgezeichnet wurden? Dass die Ausbildung in der JVA abgeschlossen wurde, ist dabei übrigens nicht erkennbar.

… in der deutschlandweit einmaligen Fahrschule der JVA Zweibrücken insgesamt 900 Gefangene die theoretische Führerscheinausbildung machen konnten und 279 Fahrerlaubnisse erteilt wurden?

… die im rheinland-pfälzischen Justizvollzug gemeinsam mit dem LKA entwickelte Drogenscanner-Datenbank ein echter Exportschlager ist und nicht nur in anderen Bundesländern, sondern auch im europäischen Ausland eingesetzt wird? Der Scanner kann anhand der Datenbank synthetische Drogen erkennen, die zum Beispiel auf Briefen oder Kleidung in die JVA geschmuggelt werden sollen. Seit 2016 gab es allein in der JVA Wittlich 1.482 Vorgänge, bei denen insgesamt 6.860 Asservate getestet wurden. In 188 Fällen konnte dabei erfolgreich verhindert werden, dass synthetische Drogen in die JVA gelangt sind.

All diese Leistungen wäre ohne die Kreativität, das Engagement und das Herzblut, das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Justizvollzug tagtäglich zeigen, nicht möglich. Hierfür ein herzliches Dankeschön!

Information:

Wenn Sie mehr über den Justizvollzug des Landes wissen möchten oder Sie eine neue berufliche Herausforderung dort reizt, besuchen Sie die Seite www.justizvollzug.rlp.de. Der Justizvollzug sucht ständig neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

(c) JM RLP, 27.12.2023

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