DIW-Konjunkturbarometer steigt auf 101,5 Punkte – Industrie treibt Erholung

Berlin, 28.10.2026 (JPD) – Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist im Oktober deutlich von 95,9 auf 101,5 Punkte gestiegen. Damit liegt der Indikator erstmals seit Februar wieder über der neutralen 100-Punkte-Marke. Nach einem voraussichtlich schwachen dritten Quartal deutet sich für die deutsche Wirtschaft zum Jahresende ein spürbarer Wachstumsschub an.

Getragen wird die Erholung vor allem von der Industrie und staatlichen Investitionen. Die Industrieproduktion legte zuletzt insbesondere im Maschinenbau wieder zu. Auch das Baugewerbe profitiert von umfangreichen Infrastrukturprojekten. Verteidigungs- und Infrastrukturaufträge des Staates stützen nach Einschätzung des DIW die wirtschaftliche Entwicklung.

Hohe Energiepreise belasten Konjunktur

Trotz der verbesserten Aussichten bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Der Ölpreis liegt weiterhin deutlich über 100 Dollar, während der Gaspreis den höchsten Stand seit 2022 erreicht hat. Die Inflation stieg im September wieder über drei Prozent. Die Europäische Zentralbank reagierte darauf mit einer Zinserhöhung.

Zugleich belasten die hohen Preise und der schwache Arbeitsmarkt den privaten Konsum. Die Arbeitslosenzahl nähert sich der Drei-Millionen-Marke, während private Investitionen weiterhin verhalten bleiben.

„Von einem breiten Aufschwung sind wir aber noch ein gutes Stück entfernt“, erklärte DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik. Für eine nachhaltige Erholung müssten neben staatlichen Investitionen auch private Unternehmen und Haushalte wieder stärker zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen.

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