
Berlin, 14. Oktober 2026 (JPD) – Die Zahl der von spezialisierten Fachberatungsstellen dokumentierten Fälle von Menschenhandel und Ausbeutung ist weiter gestiegen. Nach Angaben des Bundesweiten Koordinierungskreises gegen Menschenhandel (KOK) wurden im Jahr 2025 insgesamt 999 Fälle erfasst, 131 mehr als im Vorjahr. Rund 80 Prozent der beratenen Betroffenen waren Frauen.
Am häufigsten wurde Ausbeutung im Bereich sexueller Dienstleistungen dokumentiert (58 Prozent). Weitere zwölf Prozent entfielen auf Haushalt, Reinigung und Au-pair. Erstmals erfassten die Fachberatungsstellen auch drei Fälle von Organhandel.
Der Bericht zeigt zudem, dass Menschenhandel häufig außerhalb strafrechtlicher Ermittlungsverfahren bekannt wird. Von 764 ausgewerteten Fällen war lediglich in 272 Fällen ein Ermittlungsverfahren dokumentiert.
Zum Europäischen Tag gegen Menschenhandel am 18. Oktober fordert der KOK einen besseren Schutz der Betroffenen und eine verlässliche Finanzierung der Beratungsangebote. Viele Fachberatungsstellen arbeiteten bereits an ihren Kapazitätsgrenzen. Der Verband kritisiert zudem, dass Deutschland die Frist zur Umsetzung der überarbeiteten EU-Richtlinie gegen Menschenhandel verpasst habe und wichtige Vorgaben zum Opferschutz im bisherigen Gesetzentwurf fehlten.





