
Nürnberg, 2. September 2026 (JPD). Der Fachkräftemangel in Deutschland bleibt trotz der schwachen Konjunktur erheblich. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) weist für 2025 insgesamt 157 Berufsgattungen mit Fachkräfteengpässen aus. Das sind sechs weniger als im Vorjahr, als noch 163 Engpassberufe gezählt wurden.
Zu den Berufen mit den stärksten Engpässen gehörten weiterhin vor allem Pflege- und Gesundheitsberufe. Auch in Bau- und Handwerksberufen fehlen Fachkräfte. Gesucht werden zudem unter anderem Köche, Berufskraftfahrer sowie Erzieher.
Keine Engpässe mehr stellte die Bundesagentur im vergangenen Jahr unter anderem in der spanenden Metallbearbeitung, im IT-Vertrieb und in der Softwareentwicklung fest. Neu oder erneut als Engpassberufe eingestuft wurden dagegen beispielsweise Tätigkeiten in der Vermessungstechnik sowie in der Sozialarbeit und Sozialpädagogik.
„Auch wenn die Zahl der Engpassberufe erneut etwas zurückgegangen ist, bleibt die Fachkräftesicherung eine zentrale Herausforderung“, erklärte BA-Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles. Die schwache Konjunktur präge derzeit zwar den Arbeitsmarkt, langfristig werde jedoch vor allem der demografische Wandel das Arbeitskräfteangebot verändern.
Anteil ausländischer Beschäftigter verdoppelt
Eine wachsende Rolle spielt dabei nach Einschätzung der Bundesagentur die Zuwanderung. Der Anteil ausländischer Beschäftigter in Engpassberufen hat sich seit 2014 von sieben auf rund 14 Prozent verdoppelt.
Während die Zahl deutscher Beschäftigter in vielen Fachkraftberufen demografisch bedingt zurückgeht, gleichen Beschäftigte mit ausländischer Staatsangehörigkeit diese Entwicklung zumindest teilweise aus.
Besonders deutlich zeigt sich dies in der Pflege. Im Vergleich zum Juni 2024 sank die Zahl der Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit dort um 5.000. Gleichzeitig nahm die Zahl der ausländischen Beschäftigten um 46.000 zu.
Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen seien deshalb zunehmend auf ausländische Fachkräfte angewiesen, um die Versorgung aufrechterhalten zu können.
Jede zweite gemeldete Stelle in einem Engpassberuf
Im Jahresdurchschnitt 2025 waren bei der Bundesagentur rund 402.000 sozialversicherungspflichtige Stellen für Fachkräfte, Spezialisten und Experten gemeldet. Etwa die Hälfte dieser Stellen entfiel auf Engpassberufe.
Gleichzeitig suchte lediglich etwa jede fünfte arbeitslose Fachkraft eine Beschäftigung in einem solchen Beruf. Nach Einschätzung der BA verdeutlicht dies das sogenannte Mismatch auf dem Arbeitsmarkt: Angebot und Nachfrage passen hinsichtlich Qualifikation, Beruf oder Region häufig nicht zusammen.
Kurzfristig dämpft die schwache Konjunktur zwar die Nachfrage nach neuen Beschäftigten. Langfristig dürfte der demografische Wandel den Fachkräftemangel nach Einschätzung der Bundesagentur jedoch weiter verschärfen und damit auch die Bedeutung von Zuwanderung erhöhen.





