Hannover/Delligsen, 1. September 2026 (JPD). Der insolvente Werkzeugbauer WFT Werkzeug- und Frästechnik GmbH in Delligsen stellt seinen Geschäftsbetrieb zum 30. September ein. Bis dahin sollen mit einer auf 18 Mitarbeiter reduzierten Mannschaft noch verbliebene Großaufträge abgearbeitet werden, teilte Insolvenzverwalter Nikolas Otto mit. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen 51 Mitarbeiter.
Den übrigen Beschäftigten musste der Insolvenzverwalter Ende August kündigen. Zuvor war der Geschäftsbetrieb nach Angaben der Insolvenzverwaltung vollständig fortgeführt worden.
Investorensuche bleibt ohne Erfolg
Eine Rettung durch einen Investor kam nicht zustande. Nach Angaben Ottos wurden rund 360 potenzielle Interessenten angesprochen. Mit zwei Interessenten seien konkrete Verhandlungen geführt worden. Eine Einigung habe am Ende jedoch nicht erzielt werden können.
„Wir haben bis zuletzt auf eine Investorenlösung gehofft und bedauern diese Entwicklung sehr“, erklärte Otto. Es sei keine Lösung gefunden worden, die sowohl den Wert des Unternehmens angemessen berücksichtigt als auch den Mitarbeitern eine Perspektive geboten hätte.
Das Insolvenzverfahren war am 1. August eröffnet worden. Der Geschäftsbetrieb wurde anschließend noch einen Monat ohne laufende Insolvenzgeldzahlungen fortgeführt. Die vorhandenen Großaufträge und einige kleinere Neuaufträge reichten nach Angaben der Insolvenzverwaltung jedoch nicht aus, um das Unternehmen langfristig zu stabilisieren.
WFT fertigt Werkzeuge bis 50 Tonnen
Die 1997 gegründete WFT Werkzeug- und Frästechnik GmbH ist auf die Herstellung anspruchsvoller Vorserien- und Serienwerkzeuge spezialisiert. Das Unternehmen kann Werkzeuge mit einem Gewicht von bis zu 50 Tonnen fertigen. Zu den Kunden zählen vor allem Unternehmen aus der Automobilindustrie sowie aus der Bahn- und Flugzeugindustrie und der Medizintechnik.
Das Amtsgericht Holzminden hatte am 12. Mai 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Als Gründe für den Insolvenzantrag wurden Liquiditätsschwierigkeiten infolge einer schwachen Auslastung und niedriger Umsätze in den Wintermonaten, verzögerte Zahlungseingänge sowie ein erhöhter Vorfinanzierungsbedarf für neue Aufträge genannt.






