ZDF-Politbarometer: AfD mit 27 Prozent klar vor Union – Schwarz-Rot ohne Mehrheit

Mainz, 20. August 2026 (JPD). Die AfD liegt in der aktuellen Sonntagsfrage des ZDF-Politbarometers weiterhin deutlich vor der Union. Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die AfD auf 27 Prozent. CDU und CSU würden 22 Prozent erreichen. Gegenüber dem Politbarometer von Ende Juli verlieren beide Parteien jeweils einen Prozentpunkt.

Damit beträgt der Abstand zwischen AfD und Union fünf Prozentpunkte. Die AfD bliebe stärkste politische Kraft in Deutschland.

Die SPD kommt unverändert auf 12 Prozent. Die Grünen verbessern sich um einen Punkt auf 14 Prozent und wären damit drittstärkste Kraft. Die Linke erreicht ebenfalls unverändert 12 Prozent. Die FDP liegt weiterhin bei 4 Prozent und würde damit den Einzug in den Bundestag verpassen.

Auf die übrigen Parteien entfallen zusammen 9 Prozent, ein Punkt mehr als zuletzt. Keine von ihnen erreicht nach Angaben der Forschungsgruppe Wahlen mindestens drei Prozent.

Schwarz-Rot weiterhin ohne Mehrheit

Auf Grundlage der aktuellen Projektion hätten CDU/CSU und SPD zusammen 34 Prozent. Eine Fortsetzung einer schwarz-roten Regierungsmehrheit wäre damit nach der Modellrechnung weiterhin nicht möglich.

Die Parteipräferenzen im Überblick:

  • AfD: 27 Prozent (-1)
  • CDU/CSU: 22 Prozent (-1)
  • Grüne: 14 Prozent (+1)
  • SPD: 12 Prozent (unverändert)
  • Linke: 12 Prozent (unverändert)
  • FDP: 4 Prozent (unverändert)
  • Sonstige: 9 Prozent (+1)

Bei der separat erhobenen politischen Stimmung liegen CDU/CSU, AfD und Grüne jeweils bei 21 Prozent. Die SPD erreicht dort 13 Prozent, die Linke 12 Prozent und die FDP 3 Prozent. Für die Projektion der Bundestagswahl berücksichtigt die Forschungsgruppe Wahlen neben der politischen Stimmung weitere längerfristige Faktoren.

Merz erreicht persönlichen Tiefstwert

Auch bei der Bewertung führender Politiker verschlechtert sich die Position von Bundeskanzler Friedrich Merz. Auf einer Skala von plus 5 bis minus 5 kommt der CDU-Vorsitzende auf minus 1,9 und damit auf seinen bislang schlechtesten Wert im Politbarometer. Ende Juli hatte er bei minus 1,5 gelegen.

75 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit als Bundeskanzler unzufrieden, 20 Prozent zeigen sich zufrieden. Zudem glauben 80 Prozent der Befragten, dass die CDU nicht geschlossen hinter ihrem Parteivorsitzenden steht. Selbst unter den Anhängern von CDU und CSU vertreten 67 Prozent diese Ansicht.

In der Rangliste nach Sympathie und Leistung bleibt Verteidigungsminister Boris Pistorius mit einem Wert von 1,3 an der Spitze. Dahinter folgen Cem Özdemir mit 0,9 und Johann Wadephul mit 0,1. Alice Weidel liegt mit minus 2,5 am Ende der Rangliste.

Mehrheit unterstützt Abgrenzung der CDU zur AfD

Mit Blick auf mögliche Regierungsbildungen nach den bevorstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland sprechen sich 61 Prozent dafür aus, dass die CDU eine politische Zusammenarbeit mit der AfD grundsätzlich ablehnt. 37 Prozent halten diese Abgrenzung für falsch. Unter den Anhängern der Union unterstützen 72 Prozent den Unvereinbarkeitsbeschluss gegenüber der AfD.

Eine vergleichbare Abgrenzung gegenüber der Linken findet dagegen nur bei 34 Prozent Zustimmung. 62 Prozent halten sie für falsch. Auch unter Unionsanhängern ist die Haltung weniger eindeutig: 53 Prozent befürworten die Abgrenzung zur Linken, 44 Prozent lehnen sie ab.

Sollte die AfD nach den im September anstehenden Landtagswahlen in einem ostdeutschen Bundesland den Ministerpräsidenten stellen, würden dies 64 Prozent der Befragten negativ bewerten. 23 Prozent fänden einen AfD-Ministerpräsidenten gut, 11 Prozent wäre dies egal.

Drei Viertel gegen Abschaffung der „Rente mit 63“

Neben den Parteipräferenzen fragte das Politbarometer nach weiteren politischen Themen. 75 Prozent sprechen sich gegen die von der Bundesregierung geplante Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 aus. 20 Prozent unterstützen das Vorhaben. Auch in allen Parteianhängerschaften gibt es Mehrheiten gegen eine Abschaffung.

Große Mehrheiten erwarten zudem erhebliche Folgen des Klimawandels für Deutschland. 81 Prozent rechnen mit starken Schäden für Natur und Umwelt, 72 Prozent für die Gesundheit der Menschen und 69 Prozent für die Wirtschaft.

Die Forschungsgruppe Wahlen befragte für das ZDF-Politbarometer vom 17. bis 19. August 2026 insgesamt 1.319 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch und online. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der statistische Fehlerbereich liegt bei einem Anteilswert von 40 Prozent bei rund drei Prozentpunkten und bei einem Anteilswert von 10 Prozent bei rund zwei Prozentpunkten.

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