Stahlnachfrage erholt sich weltweit – Deutschland bleibt zurück

Berlin, 13. Oktober 2026 (JPD) – Die weltweite Stahlnachfrage wird nach Einschätzung des Weltstahlverbands worldsteel 2026 mit rund 1,72 Milliarden Tonnen nahezu stagnieren und 2027 um 1,7 Prozent steigen. Außerhalb Chinas wird für das kommende Jahr ein Wachstum von vier Prozent erwartet.

Für Deutschland prognostiziert der Verband einen Anstieg der Stahlnachfrage von 29,2 Millionen Tonnen im Jahr 2025 auf 30,3 Millionen Tonnen 2026 und 32,1 Millionen Tonnen 2027. Allerdings erfolgt die Erholung von einem historisch niedrigen Niveau. Im weltweiten Ranking der größten Stahlnachfrageländer dürfte Deutschland von Platz sechs im Jahr 2017 auf Platz acht im Jahr 2027 zurückfallen.

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl sieht deshalb weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. Hauptgeschäftsführerin Kerstin Maria Rippel fordert schnellere Infrastrukturinvestitionen, wettbewerbsfähige Strompreise und einen wirksamen europäischen Handelsschutz.

Insbesondere öffentliche Investitionen müssten nach Auffassung des Verbands stärker der europäischen Wertschöpfung zugutekommen. Nur mit verbesserten industriellen Rahmenbedingungen könne die erwartete Nachfrageerholung nachhaltig die deutschen Stahlstandorte erreichen.

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