
Dresden, 23. Juni 2026 (JPD) Der demografische Wandel wird nach Einschätzung des ifo Instituts in den kommenden Jahren zu zunehmenden Personalengpässen in systemrelevanten Berufen führen. Besonders betroffen sind Tätigkeiten im öffentlichen Nahverkehr, in der medizinischen Versorgung sowie im Pflegebereich, wie aus einer aktuellen Auswertung der ifo Niederlassung Dresden hervorgeht.
Demnach sind in den 21 Berufsgruppen, die während der Corona-Pandemie als systemrelevant eingestuft wurden, bereits 27 Prozent der Beschäftigten älter als 55 Jahre. Mit dem bevorstehenden Renteneintritt dieser Arbeitnehmer drohen erhebliche Herausforderungen bei der Sicherung des Personalbedarfs.
Besonders hoch ist der Altersdurchschnitt nach Angaben der Forscher bei Fahrerinnen und Fahrern im öffentlichen Verkehr sowie in mehreren medizinischen Fachberufen. Dort könnten sich Personalengpässe in den kommenden zehn Jahren deutlich verschärfen.
Die Analyse basiert auf Daten der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Über alle 37 Berufshauptgruppen hinweg schwankt der Anteil der Beschäftigten über 55 Jahre zwischen rund 15 und 40 Prozent. Insgesamt arbeitet etwa ein Drittel aller Beschäftigten in Deutschland in systemrelevanten Berufsgruppen.
Trotz der insgesamt älteren Bevölkerungsstruktur in Ostdeutschland zeigen sich laut Studie kaum Unterschiede zwischen Ost und West. Die Altersverteilung innerhalb einzelner Berufsgruppen sowie in systemrelevanten Tätigkeiten sei bundesweit weitgehend vergleichbar. Lediglich in den Stadtstaaten seien die Beschäftigten im Durchschnitt etwas jünger.
Die Untersuchung weist zudem darauf hin, dass sowohl ältere als auch jüngere Beschäftigte in systemrelevanten Berufen überdurchschnittlich häufig in Minijobs tätig sind.





