Aktuelle Meldungen aus Politik, Wirtschaft und Justiz
Laut einer ifo-Umfrage meldete im Juli rund jedes vierte Industrieunternehmen in Deutschland einen Wettbewerbsrückgang gegenüber Nicht-EU-Ländern, besonders stark im Maschinenbau. Auch innerhalb der EU bleibt die Lage angespannt, während nur die Automobilbranche eine spürbare Entlastung verzeichnet.
Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen stieg im Juli 2025 um 19,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat und erreichte damit den höchsten Zuwachs seit Oktober 2024. Auch im Mai 2025 gab es mehr Unternehmens- (+5,3 %) und Verbraucherinsolvenzen (+16,1 %), besonders betroffen waren Verkehr und Lagerei, Bau- sowie Gastgewerbe.
Der Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex für Selbständige und Kleinstunternehmen ist im Juli von –15,7 auf –16,9 Punkte gefallen, was auf pessimistischere Geschäftserwartungen und eine weiterhin angespannte Auftragslage hinweist. Besonders im Dienstleistungs- und Einzelhandelssektor verschlechterten sich die Lageeinschätzungen und die Umsatzprognosen deutlich.
Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der Willy Bogner GmbH durch die Katjes-Gruppe ohne Auflagen genehmigt. Da Bekleidungs- und Süßwarengeschäft keine wettbewerblichen Überschneidungen haben, erfolgte die Freigabe innerhalb weniger Tage.
Im Jahr 2024 erhielten 22,3 Millionen Menschen in Deutschland Rentenleistungen von insgesamt 403 Milliarden Euro, wovon 70 % steuerpflichtig waren. Grund für den steigenden Besteuerungsanteil ist die schrittweise Umstellung auf nachgelagerte Besteuerung, die nun bis 2058 verlängert wurde.
Laut aktueller ifo-Umfrage meldet mehr als ein Drittel der Unternehmen in Deutschland fehlende Aufträge, besonders betroffen sind Industrie, Handel und einzelne Dienstleistungsbranchen. Trotz leichter Verbesserungen in manchen Sektoren bleibt der Auftragsmangel ein zentrales Hindernis für eine wirtschaftliche Erholung.
Wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in einer heute veröffentlichten Analyse feststellt, ist die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland im Juli deutlich angestiegen. Die Zahl der betroffenen Jobs ging zurück.
Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland haben im zweiten Quartal 2025 erneut angezogen, große Sprünge blieben aber aus. Am deutlichsten stiegen die Preise für Einfamilienhäuser, während Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser nur leicht und im Gleichschritt mit der allgemeinen Teuerung zulegten. Fast überall liegen die Kaufpreise aktuell noch deutlich unter den Allzeithochs aus dem Jahr 2022, bei der gegenwärtig eher schwachen Dynamik würden diese im bundesweiten Durchschnitt erst in rund 4 Jahren wieder erreicht. In Leipzig liegen die Preise allerdings bereits darüber.
Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Juni 2025 um 1,9 % gesunken und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Mai 2020. Besonders betroffen waren Maschinenbau, Pharma- und Nahrungsmittelindustrie, während die energieintensive Industrie im Jahresvergleich sogar um 7,4 % einbrach.
Die gewerbliche Fleischproduktion in Deutschland blieb im ersten Halbjahr 2025 mit 3,4 Millionen Tonnen nahezu stabil (-0,1 %), wobei die Schweinefleischerzeugung um 1,8 % stieg und die Rindfleischerzeugung deutlich um 7,2 % zurückging. Die Geflügelfleischproduktion blieb trotz leicht höherer Schlachtzahlen praktisch unverändert.
Im Juni 2025 sind die deutschen Exporte leicht um 0,8 % gestiegen, während die Importe mit einem Plus von 4,2 % deutlich kräftiger zulegten, wodurch der Handelsüberschuss schrumpfte. Vor allem die Exporte in die USA gingen zurück, während die Importe aus China und den USA deutlich zunahmen.
Die Stimmung in der chemischen Industrie hat sich im Juli deutlich eingetrübt – der ifo-Geschäftsklimaindex fiel auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Ursachen sind eine schwache Nachfrage, historisch niedrige Auftragsbestände und zunehmende Belastungen durch geopolitische Unsicherheiten wie den Handelskonflikt mit den USA.
Der preisbereinigte Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist im Juni 2025 um 1,0 % gesunken, was vor allem auf einen deutlichen Rückgang im Sonstigen Fahrzeugbau zurückzuführen ist. Ohne Großaufträge stieg das Auftragsvolumen hingegen leicht, während der Umsatz im selben Zeitraum um 0,9 % zulegte.
OGE plant gemeinsam mit ONTRAS und Fluxys den Bau zweier CO₂-Pipelines von Deutschland bis nach Belgien, um abgeschiedenes CO₂ aus Industrieprozessen zu Offshore-Speichern zu transportieren. Das Bundeskartellamt sieht aktuell keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken, mahnt aber zur strikten Einhaltung kartellrechtlicher Grenzen bei der Kooperation.
Die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland ist im Zeitraum 2020–2023 täglich um durchschnittlich 51 Hektar gewachsen – 2 Hektar mehr als im Vergleichszeitraum davor. Trotz leicht gebremsten Wachstums bei Wohn-, Industrie- und Gewerbeflächen nimmt besonders die Fläche für Photovoltaik und Freizeit deutlich zu.
Der Dienstleistungssektor in Deutschland verzeichnete im Mai 2025 im Vergleich zum Vormonat einen realen Umsatzrückgang von 0,5 %. Während insbesondere freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen zulegten, gingen die Umsätze in Bereichen wie Verkehr, Immobilien und sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen teils deutlich zurück.
Das Bundeskartellamt hat die Übernahme von Informatica durch Salesforce ohne Auflagen freigegeben. Trotz starker Marktpräsenz der Beteiligten sah die Behörde keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken angesichts zahlreicher Alternativangebote.
Das Bundeskartellamt hat die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens von RTL2 und Warner Bros. Discovery zur gemeinsamen TV-Werbevermarktung genehmigt. Da beide Anbieter im Markt vergleichsweise klein sind, sieht die Behörde keine Wettbewerbsbedenken, sondern vielmehr Impulse für mehr Wettbewerb im sogenannten „Big Screen“-Werbemarkt.