
Wiesbaden, 4. September 2026 (JPD) Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist im Juli 2026 gegenüber dem Vormonat real sowie saison- und kalenderbereinigt um 2,5 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Juli 2025 lagen die Bestellungen kalenderbereinigt 13,1 Prozent höher, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Ohne Großaufträge gingen die Auftragseingänge gegenüber Juni allerdings um 1,4 Prozent zurück.
Auch im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich zeigt sich die Bedeutung der Großaufträge. Von Mai bis Juli lagen die Auftragseingänge insgesamt 2,9 Prozent über dem Niveau der drei Monate zuvor, ohne Großaufträge dagegen 2,2 Prozent darunter. Für Juni revidierte Destatis den Anstieg gegenüber Mai von zunächst 3,1 auf 3,7 Prozent.
Großaufträge im Fahrzeugbau bestimmen Entwicklung
Der Zuwachs im Juli ging nahezu vollständig auf den sonstigen Fahrzeugbau zurück, zu dem unter anderem Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge zählen. Wegen eines außergewöhnlich hohen Volumens an Großaufträgen insbesondere im Schiff-, Schienenfahrzeug- und Flugzeugbau stiegen die Bestellungen in diesem Bereich um 126,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Belastet wurde das Gesamtergebnis dagegen von der Automobilindustrie, in der die Auftragseingänge um 12,5 Prozent sanken.
Bei den Vorleistungsgütern nahmen die Bestellungen um 4,3 Prozent und bei den Investitionsgütern um 2,4 Prozent zu. Die Auftragseingänge bei den Konsumgütern gingen dagegen um 4,8 Prozent zurück. Deutliche Unterschiede gab es auch zwischen dem Inlands- und Auslandsgeschäft.
Die Inlandsaufträge stiegen im Juli um 9,1 Prozent, während die Bestellungen aus dem Ausland um 2,1 Prozent zurückgingen. Aus der Eurozone gingen 12,1 Prozent mehr Aufträge ein, aus Staaten außerhalb der Eurozone dagegen 10,1 Prozent weniger.
Industrieumsatz sinkt im Juli
Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe lag im Juli saison- und kalenderbereinigt 1,5 Prozent unter dem Vormonat. Gegenüber Juli 2025 sank der kalenderbereinigte Umsatz um 0,6 Prozent. Für Juni korrigierte Destatis den Rückgang gegenüber Mai von ursprünglich 1,3 auf 0,5 Prozent.




