
München, 3. September 2026 (JPD). Das ifo Institut hat seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft deutlich angehoben. Für das laufende Jahr rechnen die Konjunkturforscher nun mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent. 2027 soll die Wirtschaft um 1,2 Prozent und 2028 um 0,8 Prozent wachsen.
Gegenüber der vorherigen Prognose erhöhte das Institut seine Erwartung für 2026 um 0,6 Prozentpunkte und für 2027 um 0,4 Prozentpunkte. Gründe sind neben revidierten Daten des Statistischen Bundesamts vor allem eine günstigere Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung.
„Deutliche Impulse aus dem Ausland und die Mehrausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung in Deutschland verhindern stärkere Bremsspuren beim Wachstum durch den Energiepreisschock und das Niedrigwasser auf den Flüssen“, erklärte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Insbesondere für die angeschlagene Industrie zeigten sich Lichtblicke.
Staatsdefizit steigt deutlich
Die zusätzlichen staatlichen Ausgaben sorgen zugleich für höhere Defizite. Das ifo Institut erwartet, dass das staatliche Finanzierungsdefizit von 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2025 auf 4,6 Prozent im Jahr 2028 steigt. Die Schuldenquote dürfte im selben Zeitraum von 62,7 auf 67,9 Prozent zunehmen.
Die Inflation soll nach der Prognose 2026 bei 2,8 Prozent und 2027 bei 3,0 Prozent liegen. Erst 2028 erwartet das Institut mit 2,3 Prozent wieder eine Annäherung an das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank.
Während der durch Heizöl und Kraftstoffe verursachte Preisdruck voraussichtlich nachlasse, könnten insbesondere die Verbraucherpreise für Strom und Gas im Winter nochmals steigen. Die hohe Inflation dürfte deshalb den privaten Konsum weiterhin bremsen.



