Glasfaserausbau in Deutschland binnen vier Jahren mehr als verdoppelt

Köln, 2. September 2026 (JPD). Der Glasfaserausbau in Deutschland hat sich in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt. Inzwischen liegt die sogenannte Glasfaserausbauquote bei rund 62 Prozent, nach etwa 53 Prozent im Vorjahr. Das geht aus einem Gutachten der IW Consult im Auftrag des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) hervor.

Damit erreicht die Glasfaserinfrastruktur mittlerweile 28,7 Millionen Haushalte und Unternehmen. Dabei wird als erschlossen gezählt, wenn die Glasfaserleitung bis in unmittelbare Nähe der Grundstücksgrenze verläuft. Bis zum Jahresende sollen nach den Angaben zwei von drei Haushalten und Unternehmen erreicht werden.

Deutlich niedriger liegt die tatsächliche Anschlussquote. Bei rund 30 Prozent der Haushalte und Unternehmen führt die Glasfaserleitung bereits bis in das Gebäude.

Für das Gutachten befragte die IW Consult mehr als 170 Netzbetreiber in Deutschland.

Schleswig-Holstein führt beim Ausbau

Besonders weit ist der Glasfaserausbau in Norddeutschland. Schleswig-Holstein erreicht mit 94 Prozent die höchste Ausbauquote unter den Bundesländern. Dahinter folgen Hamburg mit 93 Prozent und Bremen mit 89 Prozent.

Deutlich schwächer schneiden die süddeutschen Flächenländer ab. Bayern kommt auf eine Ausbauquote von 53 Prozent. Baden-Württemberg liegt mit 45 Prozent am Ende des Ländervergleichs. Auch bei der tatsächlichen Glasfaseranschlussquote liegen die norddeutschen Länder vorn.

Die Netzbetreiber sehen die Investitionsbedingungen allerdings weiterhin kritisch. 27 Prozent berichten von stark gestiegenen Materialkosten innerhalb der vergangenen drei Jahre. Hinzu kommen höhere Finanzierungs- und Arbeitskosten.

KI-Boom erhöht Bedarf an Glasfasernetzen

Zusätzlichen Ausbau- und Investitionsbedarf schafft der Boom bei Künstlicher Intelligenz. Die IT-Anschlussleistung von KI- und Supercomputern in deutschen Rechenzentren dürfte nach einer Bitkom-Prognose bis 2030 nahezu auf das Vierfache steigen.

64 Prozent der befragten Glasfaseranbieter geben an, dass der Ausbau von Rechenzentren auch ihre eigenen Netzerweiterungspläne beeinflusst. Leistungsfähige Glasfaserverbindungen sind Voraussetzung für den Betrieb großer Rechenzentren.

„Wer beim KI-Boom mitspielen will, braucht Hochleistungsnetze“, erklärte IW-Ökonom Johannes Ewald. Damit Deutschland im europäischen Vergleich nicht zurückfalle, müssten die Investitionsbedingungen für den weiteren Ausbau verbessert werden.

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