
Jena, 12. Juni 2026 (JPD) In Jena beginnen am Freitag die ersten Anwaltlichen Migrationsrechtstage. Zu der bundesweiten Fachtagung werden mehr als 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Die Veranstaltung bringt erstmals migrationsrechtlich tätige Anwältinnen und Anwälte aus dem gesamten Bundesgebiet in diesem Umfang zu einem eigenständigen Fachkongress zusammen.
Die Tagung steht unter dem Motto „Entgrenzt“ und findet zeitgleich mit dem Inkrafttreten der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) statt. Die Auswirkungen der Reform auf Rechtsschutz, Verfahrensgarantien und die anwaltliche Praxis zählen zu den zentralen Themen des Programms.
Fokus auf Rechtsstaat, Migration und gesellschaftliche Entwicklungen
Zum Auftakt ist eine Diskussion mit dem ehemaligen Richter des Bundesverfassungsgerichts, Ulrich Maidowski, vorgesehen. Im Mittelpunkt stehen Fragen richterlicher Ethik, die Rolle der Anwaltschaft sowie die Bedeutung rechtsstaatlicher Prinzipien in politisch polarisierten Zeiten.
Darüber hinaus widmet sich die Tagung rechtspolitischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Migrationsrecht. Diskutiert werden unter anderem Veränderungen rechtlicher Rahmenbedingungen, deren Auswirkungen auf Handlungsspielräume sowie das Verhältnis von Recht und gesellschaftlicher Realität. Ein Podium beschäftigt sich mit migrationspolitischen und demokratietheoretischen Perspektiven auf die offene Gesellschaft.
Eine internationale Perspektive soll ein Beitrag einer US-amerikanischen Rechtsanwältin eröffnen. Thematisiert werden Entwicklungen hin zu einem „dualen Staat“, in dem Notstands- und Antiterrorrecht neben regulären rechtsstaatlichen Garantien treten. Die Veranstalter wollen damit auch mögliche Folgen für Demokratie und Grundrechte zur Diskussion stellen.
Die Anwaltlichen Migrationsrechtstage richten sich vor allem an im Migrationsrecht tätige Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Neben zwölf Workshops, Podien und Diskussionsrunden umfasst das Programm auch kulturelle Beiträge. Dazu gehört eine Lesung von Ursula Krechel aus ihrem Werk „Vom Herzasthma des Exils“.





