
Berlin, 21. Juli 2026 (JPD). Im vergangenen Jahr sind 20.051 Kinder und Jugendliche als Opfer sexuellen Missbrauchs registriert worden. Das waren 707 mehr als 2024, wie aus dem Bundeslagebild zu Sexualdelikten zum Nachteil Minderjähriger hervorgeht.
Die Zahl der Missbrauchsfälle an Kindern stieg von 16.354 auf 17.126. Bei Jugendlichen nahm sie von 1.191 auf 1.239 Fälle zu. In mehr als der Hälfte der Fälle bestand bereits zuvor eine Beziehung zwischen Tatverdächtigen und Opfern.
Mehr Taten ohne Körperkontakt
Sexuelle Missbrauchshandlungen an Kindern ohne Körperkontakt nahmen um 16,5 Prozent auf 4.861 Fälle zu. Nach Angaben des Bundeskriminalamts verlagern sich die Delikte zunehmend ins Internet. Dazu gehören insbesondere Cybergrooming, Livestreaming und Sextortion.
Auch Künstliche Intelligenz erleichtert nach Einschätzung der Behörden neue Tatbegehungsweisen. Reale Aufnahmen könnten verändert oder vollständig künstliche Inhalte erzeugt werden.
Die Zahl der Straftaten mit kinderpornografischen Inhalten sank zwar um 2,7 Prozent auf 41.677 Fälle, blieb aber auf hohem Niveau. Straftaten mit jugendpornografischen Inhalten erreichten dagegen mit 11.515 Fällen einen neuen Höchststand. Das entsprach einem Anstieg um 19,9 Prozent.
Etwa die Hälfte der Tatverdächtigen in beiden Deliktsbereichen waren Minderjährige. Häufig hätten sie selbst hergestellte oder erhaltene Aufnahmen unbedacht weitergeleitet.





