
Berlin, 11. August 2026 (JPD). Im ersten Halbjahr 2026 sind den Sicherheitsbehörden 231 politisch motivierte Straftaten im Unterthemenfeld „Islamfeindlich“ gemeldet worden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor.
Von den registrierten Taten wurden 194 dem Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminalität – rechts“ zugeordnet. Zwölf Fälle entfielen auf den Bereich „ausländische Ideologie“, weitere 15 auf eine sonstige Zuordnung.
Unter den 231 Straftaten waren nach Angaben der Bundesregierung unter anderem 89 Fälle von Volksverhetzung und 13 Sachbeschädigungen. Jeweils elf Fälle betrafen Nötigung oder Bedrohung sowie das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
Insgesamt ermittelten die Behörden 127 Tatverdächtige. Festnahmen wurden im Zusammenhang mit den erfassten Delikten nicht registriert.
Die Bundesregierung weist darauf hin, dass die Zahlen für 2026 vorläufig sind und derzeit nicht mit den entsprechenden Vorjahreszeiträumen verglichen werden können. Grund sei eine technische Umstellung, durch die bislang weniger Sachverhalte als in früheren Jahren an das Bundeskriminalamt übermittelt worden seien. Weitere Fälle könnten nachgemeldet werden.
Daneben registrierte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes im ersten Halbjahr 178 Fälle antimuslimischer Diskriminierung. Die meisten Fälle entfielen mit 58 Meldungen auf den Arbeitsmarkt. Weitere 42 Fälle betrafen private Dienstleistungen und den Zugang zu Gütern.





