Prozess gegen mutmaßliches IS-Mitglied beginnt Ende Juli in Jena

Jena, 9. Juli 2026 (JPD). Vor dem Thüringer Oberlandesgericht beginnt Ende Juli ein Staatsschutzverfahren gegen Dhannoon Y.K. Der 3. Strafsenat hat mit Beschluss vom 2. Juli 2026 die Anklage gegen den aus dem Irak stammenden Mann zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet. Der Prozess soll am 28. Juli 2026 in Jena beginnen.

Die Thüringer Generalstaatsanwaltschaft hatte am 30. April 2026 Anklage erhoben. Sie wirft dem Angeklagten vor, sich als Mitglied einer terroristischen Vereinigung im Ausland betätigt zu haben. Konkret geht es um den Vorwurf einer Mitgliedschaft im sogenannten „Islamischen Staat“ nach §§ 129a, 129b Strafgesetzbuch.

Nach den Vorwürfen der Anklage soll sich der im Jahr 1960 geborene Mann im September 2014 in Mossul im Irak freiwillig dem „Islamischen Staat“ angeschlossen haben. Nach einem Treueeid auf den Kalifen der Organisation soll er in verschiedenen Funktionen für den IS tätig gewesen sein, unter anderem als leitender Mitarbeiter im Bereich Medien und Propaganda sowie als Kämpfer.

Im Juli 2014 soll der Angeklagte bei Gefechten schwer verletzt worden sein. Für den Zeitraum von August 2015 bis Dezember 2016 wirft ihm die Anklage vor, verschiedene Aufgaben innerhalb der Islamischen Polizei übernommen und sich weiterhin aktiv an Kampfhandlungen beteiligt zu haben. Dafür soll er Sold und weitere Geldleistungen für sich und seine Familie erhalten haben.

In der zweiten Jahreshälfte 2017 soll der Angeklagte aus dem Irak ausgereist sein. Er befindet sich nach Angaben des Thüringer Oberlandesgerichts seit Dezember 2025 in Untersuchungshaft.

Die Hauptverhandlung ist zunächst auf mehrere Termine bis Ende Oktober angesetzt. Verhandelt werden soll im Saal 8 des Thüringer Oberlandesgerichts in Jena. Neben dem Auftakttermin am 28. Juli 2026 sind weitere Verhandlungstage unter anderem am 31. Juli, 20., 25., 27. und 31. August, 4., 7., 18. und 25. September sowie am 20., 22. und 27. Oktober 2026 vorgesehen.

Das Verfahren wird beim Thüringer Oberlandesgericht unter dem Aktenzeichen 3 St 344 OJs 1/19 geführt.

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