Ukrainer soll Rüstungsunternehmen für ausländischen Nachrichtendienst ausgespäht haben

München, 6. August 2026 (JPD). Wegen des Verdachts der Agententätigkeit zu Sabotagezwecken befindet sich ein 33-jähriger ukrainischer Staatsangehöriger in Untersuchungshaft. Einsatzkräfte des Bayerischen Landeskriminalamts und der thüringischen Polizei nahmen den Beschuldigten am Sonntag in Thüringen fest.

Die Ermittlungen werden von der Generalstaatsanwaltschaft München und der dort angesiedelten Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus geführt.

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand soll der Beschuldigte als sogenannter „Low-Level-Agent“ im Auftrag des Nachrichtendienstes einer ausländischen Macht gehandelt haben. Ihm wird vorgeworfen, im Juni 2026 zur Vorbereitung möglicher Sabotagehandlungen Aufnahmen vom Betriebsgelände eines bayerischen Rüstungsunternehmens angefertigt zu haben.

Die Bilder soll er anschließend seinem Auftraggeber zur Verfügung gestellt haben. Die Ermittlungsbehörden gehen deshalb von einem dringenden Tatverdacht wegen Agententätigkeit zu Sabotagezwecken nach Paragraf 87 Absatz 1 Nummer 2 Strafgesetzbuch aus.

Auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft München erließ der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts München am 3. August 2026 Haftbefehl. Dieser wurde dem Beschuldigten noch am selben Tag eröffnet und in Vollzug gesetzt. Er befindet sich seither in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt.

Die Festnahme ist nach Angaben der Ermittlungsbehörden das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Sicherheitsbehörden und Nachrichtendiensten im neu gegründeten Gemeinsamen Abwehrzentrum gegen hybride Bedrohungen, kurz GAZ-Hybrid.

Wegen der laufenden Ermittlungen machten die Behörden keine weiteren Angaben. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

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