Digitalisierung der Justiz: Landgericht Weiden testet bundesweite Justiz-Software

Weiden, 2. November 2026 (JPD) – Das Landgericht Weiden erprobt seit Montag als zweites Gericht in Deutschland das neue „Gemeinsame Fachverfahren“ (GeFa). Die bundesweit einheitliche Justiz-Software soll künftig von rund 100.000 Beschäftigten an Gerichten, Staatsanwaltschaften und in den Fachgerichtsbarkeiten genutzt werden. An dem länderübergreifenden Projekt beteiligen sich alle 16 Bundesländer sowie der Bund. Die Federführung liegt bei Bayern.

Am Landgericht Weiden bearbeiten zunächst neun Richter, drei Rechtspfleger und sechs Servicekräfte ihre Zivilverfahren mit GeFa. Gleichzeitig wird das elektronische Integrationsportal (eIP) getestet. Erstes Pilotgericht war das Landgericht Offenburg in Baden-Württemberg. Im kommenden Jahr soll die Erprobung auf ein weiteres bayerisches Landgericht ausgeweitet werden.

Bayerns Justizminister Josef Schmid bezeichnete GeFa als größtes Digitalisierungsprojekt der deutschen Justiz. Ziel sei es, unterschiedliche und teilweise veraltete IT-Systeme durch eine gemeinsame Lösung zu ersetzen. Die Einführung der elektronischen Akte sei in Bayern bereits fristgerecht abgeschlossen. Bislang seien dort mehr als fünf Millionen elektronische Akten angelegt worden.

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