
München, 10. September 2026 (JPD) Mehr als ein Drittel der zusätzlichen Schulden, die der Bund 2025 im Rahmen der Bereichsausnahme für Verteidigung und Sicherheit aufgenommen hat, führte nach einer Analyse des ifo Instituts nicht zu zusätzlichen Ausgaben in diesem Bereich. Der Anteil beläuft sich demnach auf 38,5 Prozent. Nach Einschätzung des Instituts wurde der dadurch frei gewordene Spielraum im Kernhaushalt für andere Zwecke genutzt.
Die unter die Bereichsausnahme fallenden Ausgaben des Bundes stiegen von 54,6 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 72,2 Milliarden Euro im Jahr 2025. Das entspricht einem Zuwachs um 17,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig nahm der Bund im Rahmen der Bereichsausnahme 28,6 Milliarden Euro zusätzliche Schulden auf. Daraus ergibt sich nach Berechnung des ifo Instituts eine Differenz von 11 Milliarden Euro, die nicht zu zusätzlichen Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit führte.
Verteidigungsausgaben steigen um neun Milliarden Euro
Unter die Bereichsausnahme fallen neben Verteidigungsausgaben auch Ukrainehilfen, IT-Sicherheit, Zivil- und Bevölkerungsschutz sowie die Nachrichtendienste. Den größten Anteil am Ausgabenzuwachs hatte die Verteidigung selbst mit einem Plus von neun Milliarden Euro.
Die zusätzlichen Verteidigungsmittel flossen laut ifo vor allem in Rüstungsgüter wie Munition und Fahrzeuge. Für Wehrforschung und -entwicklung wurden dagegen 884 Millionen Euro ausgegeben. Das entsprach 1,2 Prozent der gesamten Ausgaben im Rahmen der Bereichsausnahme und einem Anstieg um lediglich 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
ifo schlägt höhere Schwelle für Bereichsausnahme vor
Die Bereichsausnahme ermöglicht es dem Bund, Verteidigungsausgaben über Schulden zu finanzieren, soweit sie ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts übersteigen. ifo-Forscherin Emilie Höslinger sieht in dieser Konstruktion mittelfristige Risiken für Staatsverschuldung und Zinskosten.
Nach ihrer Einschätzung sollte die Ein-Prozent-Grenze mittelfristig angehoben werden. Damit könne zugleich verhindert werden, dass Verteidigungsausgaben dauerhaft aus dem regulären steuerfinanzierten Haushalt verdrängt werden.





