
München, 1. September 2026 (JPD). Die Unternehmen in Deutschland planen etwas seltener Preiserhöhungen. Die Preiserwartungen des ifo Instituts sanken im August auf 21,2 Punkte, nach saisonbereinigt korrigierten 21,6 Punkten im Juli. Dies deutet nach Angaben des Instituts auf einen leicht nachlassenden Preisdruck in den kommenden drei Monaten hin.
Allerdings sind die Rohölpreise sowie insbesondere die Marktpreise für Erdgas und Strom seit Anfang August wieder deutlich gestiegen. Je länger der Krieg im Nahen Osten andauere und die Energiepreise hoch blieben, desto stärker dürften mittelfristig auch die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel, Dienstleistungen und Waren steigen, erklärte ifo-Forscherin Tiphaine Wibault. Unternehmen gäben die gestiegenen Kosten häufig erst mit Verzögerung weiter.
In vielen Wirtschaftsbereichen gingen die Preiserwartungen im August zurück. Bei den energieintensiven Industrieunternehmen sank der Indikator von saisonbereinigt korrigierten 21,3 auf 18,7 Punkte. Bei den nicht energieintensiven Unternehmen fiel er von 22,7 auf 19,0 Punkte.
Auch im Handel gingen die Preiserwartungen zurück, von korrigierten 31,4 auf 30,0 Punkte. Bei den Dienstleistern stiegen sie dagegen von 19,1 auf 20,9 Punkte.
Nach Einschätzung des ifo Instituts dürfte die Teuerung in den kommenden Monaten zunächst hoch bleiben. Für 2026 erwartet das Institut eine Inflationsrate von 2,8 Prozent. Im kommenden Jahr soll sie auf 3,0 Prozent steigen.
Der Energiepreisschock dürfte sich erst mit Verzögerung stärker in der Kerninflation ohne Energie niederschlagen. Diese erwartet das ifo Institut für 2026 bei 2,2 Prozent und für 2027 bei 2,9 Prozent.






