Geschäftsklima in der Chemieindustrie verbessert sich sprunghaft

München, 28. August 2026 (JPD). Das Geschäftsklima in der deutschen Chemieindustrie hat sich im August deutlich aufgehellt. Der entsprechende Index des ifo Instituts stieg auf minus 2,4 Punkte, nach saisonbereinigt korrigierten minus 26,3 Punkten im Juli.

Besonders stark verbesserte sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage. Der Saldo stieg von minus 14,6 auf plus 11,6 Punkte. Damit schätzen die Unternehmen ihre gegenwärtige Lage nach Angaben des ifo Instituts erstmals seit vier Jahren wieder positiv ein.

Auch die Erwartungen für die kommenden Monate hellten sich auf. Der entsprechende Wert verbesserte sich von minus 37,2 auf minus 15,5 Punkte.

Nach Einschätzung des ifo Instituts profitiert die Branche derzeit von den Folgen der anhaltenden Blockade der Straße von Hormus. Lieferausfälle in Asien erhöhten die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen aus deutscher Produktion.

„Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus und die dadurch ausgelösten Lieferausfälle in Asien erhöhen die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen aus deutscher Produktion“, erklärte ifo-Branchenexpertin Anna Wolf.

Exportgeschäft zieht deutlich an

Da sich bei den geopolitischen Spannungen bislang keine Entspannung abzeichnet, rechnen die Chemieunternehmen laut ifo mit einer Fortsetzung dieser Sonderkonjunktur. Ihre Produktionspläne deuteten auf eine Ausweitung der Fertigung hin.

Auch die Exporterwartungen verbesserten sich erheblich. Der Saldo für das Exportgeschäft stieg von minus 22,7 Punkten im Juli auf plus 10,1 Punkte im August.

Zugleich entspannte sich die Versorgung mit Vorprodukten und Materialien. Im dritten Quartal berichteten 13,8 Prozent der Unternehmen von Materialknappheit. Im zweiten Quartal war noch etwa jedes dritte Chemieunternehmen davon betroffen.

Hohe Kosten belasten Branche weiter

Trotz der kurzfristigen Belebung bleiben die strukturellen Probleme der deutschen Chemieindustrie nach Einschätzung des Instituts bestehen. Vor allem hohe Energie- und Standortkosten belasteten die Unternehmen weiterhin.

Die Branche rechnet deshalb trotz der verbesserten Geschäftslage mit einem weiteren Abbau von Arbeitsplätzen.

Mittelfristig könnten nach Einschätzung des ifo Instituts staatliche Infrastruktur- und Investitionsprogramme zusätzliche Nachfrage nach chemischen Vorleistungen schaffen. Voraussetzung sei jedoch, dass die angekündigten Projekte zügig umgesetzt werden.

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