
Wiesbaden, 28. August 2026 (JPD). Die Importpreise in Deutschland sind im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,8 Prozent gestiegen. Gegenüber Juni erhöhten sie sich um 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte.
Im Juni hatte die jährliche Teuerungsrate bei den Einfuhrpreisen noch 6,1 Prozent betragen. Im Mai waren es ebenfalls 6,8 Prozent gewesen.
Auch die Exportpreise zogen deutlich an. Sie lagen im Juli 4,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und 0,4 Prozent über dem Wert vom Juni. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr war nach Angaben von Destatis der stärkste seit Februar 2023.
Energieimporte verteuern sich um mehr als ein Viertel
Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Importpreise hatten Vorleistungsgüter und Energie. Vorleistungsgüter verteuerten sich gegenüber Juli 2025 um 10,2 Prozent, Energieimporte um 26,4 Prozent.
Destatis führt die starke Verteuerung der Energie unter anderem auf den Krieg im Nahen Osten zurück. Mineralölerzeugnisse kosteten 47,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Importpreise für Erdöl stiegen um 22,3 Prozent, für Strom um 19,7 Prozent, für Erdgas um 18,8 Prozent und für Steinkohle um 17,5 Prozent.
Besonders kräftig verteuerten sich einzelne Mineralölprodukte. Schmier- und andere Öle kosteten 99 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Flugturbinenkraftstoff aus Kerosin verteuerte sich um 62,6 Prozent, Diesel und leichtes Heizöl um 52,4 Prozent und Motorenbenzin um 50,3 Prozent.
Auch im Vergleich zum Juni stiegen insbesondere die Preise für Mineralölerzeugnisse deutlich. Sie legten um 10,2 Prozent zu.
Ohne Energie lagen die Importpreise im Juli noch 4,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.
Metalle und elektronische Bauteile deutlich teurer
Auch bei den importierten Vorleistungsgütern gab es erhebliche Preissteigerungen. Nicht-Eisen-Metalle und daraus hergestellte Halbzeuge verteuerten sich gegenüber Juli 2025 um 26 Prozent.
Kupfer und Kupferhalbzeug kosteten 33 Prozent mehr, Edelmetalle und entsprechende Halbzeuge 25,1 Prozent und Aluminiumprodukte 20,4 Prozent mehr. Kunststoffe in Primärformen verteuerten sich um 17,8 Prozent, elektronische Bauelemente um 15 Prozent.
Importierte Investitionsgüter kosteten 3,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Lebensmittelimporte teilweise deutlich günstiger
Entgegen dem allgemeinen Trend waren importierte landwirtschaftliche Güter im Durchschnitt 2,1 Prozent günstiger als im Juli 2025.
Die Preise für lebende Schweine sanken um 35,9 Prozent, Rohkakao verbilligte sich um 32,6 Prozent. Rohkaffee kostete dagegen 5,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
Importierte Konsumgüter waren insgesamt 0,2 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Für Nahrungsmittel mussten Importeure im Durchschnitt 6,8 Prozent weniger bezahlen. Besonders stark sanken unter anderem die Preise für Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl mit minus 46,7 Prozent sowie für Schweinefleisch mit minus 25,1 Prozent.
Auch Exportpreise durch höhere Energiepreise getrieben
Bei den Exportpreisen hatten Vorleistungsgüter mit einem Plus von 6,5 Prozent den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung. Energieexporte verteuerten sich gegenüber Juli 2025 sogar um 27,2 Prozent.
Exportierte Mineralölerzeugnisse kosteten 43,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei Flugturbinenkraftstoff aus Kerosin betrug das Plus 61,6 Prozent.
Die Außenhandelspreisindizes beruhen nach Angaben von Destatis auf den zwischen inländischen Unternehmen und ausländischen Geschäftspartnern vereinbarten Preisen. Steuern und Zölle werden dabei nicht berücksichtigt.




