Olbernhau/Chemnitz, 27. August 2026 (JPD). Der Geschäftsbetrieb des insolventen Flaschenverschluss-Spezialisten SpieKo ist vorerst gesichert. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Dr. Dirk Herzig kann die Produktion am Standort Olbernhau auf Grundlage der aktuellen Ertrags- und Liquiditätsplanung mindestens bis zum Jahresende 2026 fortgeführt werden.
Alle bestehenden Aufträge würden wie geplant bearbeitet, produziert und ausgeliefert. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum 1. August werden auch die Löhne und Gehälter der zehn Beschäftigten nach Auslaufen des Insolvenzgeldzeitraums wieder aus dem laufenden Geschäftsbetrieb finanziert.
Zur Stabilisierung beigetragen hätten insbesondere die Unterstützung der Hausbank und der Maschinenfinanzierer sowie neue Aufträge von Kunden. Mit der Hausbank sei unter anderem vereinbart worden, dass sicherungsübereignete Materialien und Rohstoffe weiterhin für die Produktion eingesetzt werden können. Die meisten Maschinenfinanzierer hätten zudem einer Anpassung der Finanzierungsraten zugestimmt.
Auch auf der Kundenseite habe sich die Situation verbessert. Mehrere Auftraggeber hätten SpieKo in den vergangenen Wochen erneut beauftragt und Interesse an einer weiteren Belieferung signalisiert. Künftig soll das Unternehmen zudem verstärkt Kunden direkt beliefern.
SpieKo war nach Angaben des Insolvenzverwalters in der Vergangenheit häufig als Subunternehmer tätig. Der Wegfall entsprechender Kooperationen habe zu deutlichen Umsatzrückgängen beigetragen.
Die Sicherung des Betriebs bis zum Jahreswechsel soll nun vor allem Zeit für die weiterhin notwendige Investorensuche schaffen. Nach Angaben Herzogs liegen bereits erste Interessensbekundungen potenzieller Investoren vor. Das Verfahren sei jedoch weiterhin für weitere Interessenten offen.
Ziel sei entweder der Einstieg eines Investors oder die Integration von SpieKo in eine bestehende Unternehmensgruppe. Dies sei erforderlich, um den Betrieb und die Arbeitsplätze langfristig zu erhalten.
Als Ursachen für die wirtschaftliche Schieflage nennt das Unternehmen deutliche Umsatzrückgänge sowie gestiegene Kosten für Ausgangsmaterialien bei unverändert hoher Finanzierungslast. Die dadurch entstandene Liquiditätslücke habe SpieKo nicht mehr aus eigener Kraft schließen können.
SpieKo Flaschenverschlüsse wurde 1993 gegründet und beschäftigt am Standort Olbernhau im Erzgebirge zehn Mitarbeitende. Das Unternehmen stellt Flaschenverschlüsse, Kunststoffkorken und Holzdrehteile her und fertigt sowohl Kleinserien als auch größere Stückzahlen.





