
Berlin, 31. Juli 2026 (JPD). Nach der Explosion einer sogenannten Kugelbombe in Berlin-Tegel, bei der ein siebenjähriges Kind und elf weitere Menschen teils lebensgefährlich verletzt wurden, hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen inzwischen 19-Jährigen erhoben. Der Angeschuldigte muss sich vor der Jugendkammer des Landgerichts Berlin I verantworten.
Ihm werden das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, fahrlässige Körperverletzung und ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz vorgeworfen.
Nach den Ermittlungen soll der damals 17-Jährige kurz nach Mitternacht an Neujahr 2025 gemeinsam mit einem bislang unbekannten Mittäter auf dem Emstaler Platz in Berlin-Tegel eine Kugelbombe in einem Abschussrohr platziert und entzündet haben. Ein weiterer unbekannter Beteiligter soll die Tat mit einem Mobiltelefon gefilmt haben.
Das zunächst senkrecht stehende Abschussrohr soll umgekippt sein. Der Sprengkörper flog daraufhin nach Angaben der Staatsanwaltschaft waagerecht über den Platz und detonierte zwischen den Beinen eines damals siebenjährigen Jungen.
Durch die Explosion stürzte zudem ein angrenzendes Vordach ein. Insgesamt wurden zwölf Menschen verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich. Die Geschädigten erlitten teilweise schwere körperliche und psychische Beeinträchtigungen und befinden sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft weiterhin in medizinischer Behandlung.
Da der Angeschuldigte zur Tatzeit 17 Jahre alt war, entscheidet die Jugendkammer über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage. Eine mögliche Hauptverhandlung vor der Jugendkammer wäre nicht öffentlich.




