
Berlin, 28. Juli 2026 (JPD). Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat eine frühere Psychologin der Justizvollzugsanstalt Tegel und einen dort inhaftierten Mann wegen Korruptionsvorwürfen vor dem Amtsgericht Tiergarten angeklagt. Der 36-Jährigen werden fünf Fälle der Bestechlichkeit, dem 41-Jährigen fünf Fälle der Bestechung vorgeworfen.
Die ehemalige tarifbeschäftigte Psychologin soll zwischen Februar 2023 und März 2024 eine private Beziehung zu dem Inhaftierten unterhalten und diese gegenüber der Justizvollzugsanstalt verschwiegen haben. Dennoch soll sie weiterhin dessen psychologische Betreuung übernommen haben.
Informationen über Anstaltsinterna weitergegeben
Nach den Ermittlungen soll die Frau den Besitz von Mobiltelefonen des Gefangenen verschwiegen und ihn regelmäßig über interne Vorgänge in der Anstalt informiert haben. Zudem soll sie versucht haben, Einfluss auf den Vollzug seiner Freiheitsstrafe zu nehmen.
Der Inhaftierte soll der Psychologin im Gegenzug Wertgegenstände und Amazon-Gutscheine im Gesamtwert von rund 2.860 Euro überlassen haben. Die Frau soll die Zuwendungen angenommen haben.
Ausgangspunkt der Ermittlungen war die anonyme Anzeige eines anderen Inhaftierten im November 2023. Bei Durchsuchungen im März 2024 wurden den Angaben zufolge bei beiden Angeschuldigten Beweismittel sichergestellt.
Das Beschäftigungsverhältnis der Psychologin wurde im März 2024 beendet. Der mitangeklagte Mann befindet sich weiterhin in Strafhaft.




