Bruker übernimmt DISQVER-Plattform von insolventer Noscendo

Duisburg, 23. Juli 2026 (JPD). Der Analytik- und Life-Sciences-Konzern Bruker übernimmt die DISQVER-Plattform sowie ausgewählte Vermögenswerte der insolventen Noscendo GmbH. Die Transaktion wurde im Rahmen einer übertragenden Sanierung vereinbart, teilte Anchor Rechtsanwälte mit. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht.

Die vorläufige Insolvenzverwalterin Sarah Wolf von Anchor hatte den Geschäftsbetrieb am Duisburger Hauptsitz seit dem Insolvenzantrag Ende März fortgeführt. Im Rahmen des Erwerberkonzepts sollen neben der patentgeschützten Software und gewerblichen Schutzrechten auch ausgewählte Beschäftigte übernommen werden.

Noscendo entwickelte mit DISQVER eine softwarebasierte Methode zur Identifikation von Krankheitserregern anhand von Next-Generation-Sequenzierung zellfreier DNA. Das Verfahren soll Erreger innerhalb von weniger als 24 Stunden bestimmen können und wird unter anderem in der Sepsis-Diagnostik eingesetzt.

Finanzierungsrunde scheiterte

Das 2016 gegründete Unternehmen hatte im Laufe der Jahre knapp 40 Millionen Euro Risikokapital erhalten. Die Vermarktung der Technologie verlief nach Unternehmensangaben jedoch langsamer als erwartet.

Nachdem im Februar 2026 eine weitere Finanzierungsrunde durch die Bestandsinvestoren und anschließend Verhandlungen mit möglichen Käufern gescheitert waren, stellte Noscendo wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung Insolvenzantrag.

Im Zuge der Restrukturierung wurde der Laborbetrieb in Reutlingen-Kusterdingen teilweise eingestellt. Kaufinteressenten hätten sich vor allem für die Software, die Schutzrechte sowie Beschäftigte aus den Bereichen IT und Vertrieb in Duisburg interessiert.

Der M&A-Prozess wurde von Centuros Consult begleitet.

Beraterteams

Für Anchor waren Sarah Wolf, Nicole Ulfkotte-Bohnke, Dr. Christof Schiller und Roxana Schurgacz tätig.

Das Centuros-Team bestand aus Malte Heesch und Florian Schütte.

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