
Karlsruhe, 06.10.2026 (JPD) – Die Bundesanwaltschaft hat den früheren Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes August Hanning und einen ehemaligen BND-Mitarbeiter festnehmen lassen. Gegen Hanning besteht unter anderem der dringende Verdacht der landesverräterischen Ausspähung, des Auskundschaftens von Staatsgeheimnissen und des versuchten Landesverrats.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft soll Hannings früherer Büroleiter Manfred D. ihm über Jahre hinweg gegen Bezahlung vertrauliche Informationen aus dem BND beschafft haben. Bis Juni 2022 soll er ihm annähernd 2.000 Dokumente übermittelt haben, darunter vielfach als Verschlusssache eingestufte Unterlagen.
Hanning soll die Informationen im Rahmen seiner privaten Beratertätigkeit verwertet haben. In einem Fall habe er eingestufte Erkenntnisse für eine Analyse genutzt, die für einen Mitarbeiter eines ausländischen Nachrichtendienstapparates bestimmt gewesen sei. Ob die Analyse den Adressaten erreichte, ist nach Angaben der Ermittler bislang unklar.
Das Verfahren geht auf Unterlagen zurück, die bei einer Durchsuchung Hannings im September 2025 im Zusammenhang mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hamburg gegen Christina Block und weitere Beschuldigte gefunden worden waren.
Die Festgenommenen sollen dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Dieser entscheidet über den Vollzug der Untersuchungshaft.




