Geschäftsklima im Straßenbau hellt sich leicht auf

München, 6. Juli 2026 (JPD). Das Geschäftsklima im Straßenbau hat sich im Juni 2026 leicht verbessert. Nach Angaben des ifo Instituts stieg der entsprechende Indikator auf minus 25,5 Punkte, nach minus 27,6 Punkten im Mai. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen legten etwas zu.

Die Geschäftslage im Straßenbau wurde im Juni mit minus 14,5 Punkten bewertet. Der Erwartungsindikator stieg auf minus 35,9 Punkte. Trotz der leichten Aufhellung bleibt die Stimmung in der Branche damit deutlich angespannt. Nach ifo-Angaben verschlechtert sich die Geschäftslage im Straßenbau bereits seit Ende 2018.

Die Unternehmen meldeten im Juni Auftragsbestände für etwa 3,4 Monate. Damit liegen sie zwar über dem langfristigen Durchschnitt von 2,6 Monaten. Nach Einschätzung des ifo-Bauexperten Ludwig Dorffmeister kommen viele Vorhaben jedoch nur langsam voran, während zugleich weniger neue Aufträge eingehen.

Der Straßenbau hängt in besonderem Maße von der Nachfrage der öffentlichen Hand ab. Zugleich ist der Sanierungsbedarf hoch. Dorffmeister kritisierte, der Straßenbau erhalte im Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität nicht die notwendige Priorität. Viele Kommunen stünden unter erheblichem Haushaltsdruck, auch beim Bund konkurriere der Straßenbau mit anderen Aufgabenfeldern.

Zusätzlich belasten nach Angaben des ifo Instituts stark gestiegene Preise die Branche. Die Preise für Straßenbauleistungen seien in den vergangenen fünf Jahren um 46 Prozent gestiegen. Im zweiten Quartal 2026 berichteten die Unternehmen wieder deutlich häufiger von steigenden Preisen. Der Irankrieg werde die reale Entwicklung des ohnehin schwächelnden Straßenbaus weiter bremsen, erklärte Dorffmeister.

Die Unzufriedenheit mit der Auftragslage hat nach ifo-Angaben seit 2022 zugenommen. Im Juni klagten 38,7 Prozent der Straßenbauunternehmen über Auftragsmangel. Im langfristigen Durchschnitt lag dieser Anteil bei 26 Prozent.

Materialmangel spielt dagegen nur noch eine geringe Rolle. Im Juni meldeten 4,5 Prozent der Unternehmen fehlende wichtige Baustoffe, nach 5,9 Prozent im Mai.

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