
Berlin, 9. Juni 2026 (JPD) Die politisch motivierte Kriminalität in Deutschland hat im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden insgesamt 85.837 Straftaten registriert, ein Anstieg um rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der politisch motivierten Gewalttaten stieg um 1,2 Prozent auf 4.156 Fälle und liegt damit ebenfalls auf einem erhöhten Niveau im Langzeitvergleich seit Einführung der Statistik im Jahr 2001.
Das Bundeskriminalamt und das Bundesinnenministerium sehen die Entwicklung vor allem durch Zuwächse in mehreren Phänomenbereichen geprägt. Während die Gesamtzahlen steigen, bleibt der Bereich der politisch motivierten Kriminalität von rechts mit 42.544 Straftaten weiterhin der mit Abstand größte Teilbereich. Zugleich nahm die Zahl der linksmotivierten Straftaten deutlich zu.
Deutlicher Anstieg linksmotivierter Gewalt und stabile Extremismuslage
Im Bereich der politisch motivierten Kriminalität links stiegen die Straftaten um mehr als 35 Prozent auf 13.490 Fälle. Die Gewaltdelikte erhöhten sich dort um über 42 Prozent auf 1.087 Fälle. Trotz eines leichten Rückgangs bleibt der Bereich PMK-rechts weiterhin dominant, wobei dort 2025 insgesamt 42.544 Straftaten erfasst wurden. Die Zahl der Gewalttaten aus diesem Spektrum stieg ebenfalls um mehr als sieben Prozent.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verwies auf eine insgesamt steigende Bedrohungslage durch Extremismus in mehreren Phänomenbereichen. Neben links- und rechtsextremer Gewalt nehme auch die Gefahr durch Cyberangriffe, Sabotage und staatlich gesteuerte Aktivitäten zu. Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, führte die Entwicklung unter anderem auf gesellschaftliche Polarisierung und die Rolle sozialer Medien bei Radikalisierungsprozessen zurück.
Die Hasskriminalität blieb mit 22.159 Fällen nahezu unverändert auf hohem Niveau. Fremdenfeindliche Straftaten machten mit 19.484 Fällen den größten Anteil aus, während antisemitische Straftaten um fünf Prozent auf 6.548 Fälle stiegen. Besonders deutlich war der Anstieg bei frauenfeindlichen Straftaten mit einem Plus von 46,8 Prozent auf 819 Fälle sowie bei queerfeindlichen Straftaten mit einem Anstieg um 12,8 Prozent auf 2.377 Fälle.
Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger lagen mit 5.797 Fällen weiterhin auf hohem Niveau, obwohl sie leicht zurückgingen. Auch Angriffe auf Polizeikräfte nahmen um 4,7 Prozent auf 5.144 Fälle zu. Rund ein Drittel dieser Delikte wird dem linken Spektrum zugeordnet, wobei insbesondere die Gewaltdelikte dort deutlich anstiegen.





