Zahl der Zuwanderer in der EU erreicht Rekordhoch

Berlin, 22. April 2026 (PM) – Die Zuwanderung in die Europäische Union hat ein historisches Hoch erreicht. Die Zahl der im Ausland geborenen Einwohner stieg im Jahr 2025 auf 64,2 Millionen. Das entspricht einem Anstieg von etwa 2,1 Millionen gegenüber dem Vorjahr, laut einem neuen Bericht des Zentrums für Forschung und Analyse der Migration bei RFBerlin (CReAM@RFBerlin). Im Jahr 2010 lag die Gesamtzahl bei 40 Millionen.

Auf der Grundlage von Daten von Eurostat und dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hebt der Bericht ausgeprägte Ungleichgewichte innerhalb der EU hervor. Deutschland bleibt das größte Zielland, mit fast 18 Millionen im Ausland geborenen Einwohnern, von denen 72 Prozent im erwerbsfähigen Alter sind. „Deutschland bleibt das Hauptziel für Migranten in Europa, in absoluten Zahlen und in erheblichem Maße im Verhältnis zu seiner Bevölkerung“, sagt Tommaso Frattini, Direktor von CReAM@RFBerlin und Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Mailand. „Das Gesamtbild ist jedoch ungleichmäßiger: Die Migration konzentriert sich auf eine kleine Anzahl von Ländern, während die relative Bevölkerung innerhalb der EU stark variiert.“

Spanien verzeichnete mit einem Anstieg um etwa 700.000 im Ausland geborener Einwohner auf insgesamt 9,5 Millionen das schnellste Wachstum in jüngster Zeit. Gleichzeitig sehen sich kleinere Länder wie Luxemburg, Malta und Zypern im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungsgröße mit deutlich höheren Migrationsanteilen konfrontiert.

Ähnlich konzentriert sind die Asylanträge. Ihre Zahl schrumpfte 2025 um 27 Prozent auf 669.000. Deutschland erhielt 113.000, die viergrößte Zahl in Europa. Laut Eurostat sank die deutsche Zahl im ersten Quartal 2026 gegen den gleichen Vorjahreszeitraum. In Spanien erreichten die Asylanträge im vergangenen Jahr 141.000, vor Italien (127.000) und Frankreich (116.000). Diese vier Länder machten fast drei Viertel aller Anträge aus. Und das, obwohl sich die Zusammensetzung der Herkunftsländer deutlich unterscheidet, was unterschiedliche Migrationsrouten widerspiegelt. Ein vergleichbares Muster zeigt sich bei den Flüchtlingen: Während Deutschland insgesamt die größte Zahl aufnimmt (2,7 Millionen), trugen kleinere Länder im Verhältnis zu ihrer Bevölkerung oft einen größeren Anteil.

„Eine wichtige Erkenntnis ist die ungleiche Zusammensetzung der Herkunftsländer von Asylbewerbern in Europa“, sagt Christian Dustmann, Direktor von RFBerlin. „Deutschland nimmt vor allem konfliktbedingte Asylbewerber auf, zum Beispiel aus Syrien und Afghanistan, während Spanien einen hohen Anteil aus Lateinamerika verzeichnet und Italien sowie Frankreich vielfältigere Muster bei den Herkunftsländern aufweisen.“

Alle Bestandszahlen in der Studie beziehen sich auf das Jahr 2025, während sich die Zuwanderungszahlen auf das Jahr 2024 beziehen. Die Eurostat-Daten zu Migrantenbeständen und -strömen enthalten keine Angaben zu Portugal, da hierfür noch keine Daten vorliegen. Zahlen für das Vereinigte Königreich werden von Eurostat aufgrund des Brexits nicht mehr aufgeführt.

Studie: „The Immigrant Population in the European Union – Growth, Concentration and Dispersion” (Die Einwandererbevölkerung in der Europäischen Union: Wachstum, Konzentration und Streuung), von Tommaso Frattini und Camilla Piovesan, CReAM-Bericht 3/2026; veröffentlicht hierhttps://www.rfberlin.com/cream-report/03-2026/

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