
Wiesbaden, 29. Juni 2026 (JPD). Die Bruttoinvestitionen des Staates sind im Jahr 2025 so stark gestiegen wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beliefen sie sich auf 147,5 Milliarden Euro. Das waren 16,2 Milliarden Euro oder 12,3 Prozent mehr als im Jahr 2024.
Der deutliche Anstieg geht vor allem auf höhere Ausrüstungsinvestitionen zurück. Dazu zählen auch Rüstungsgüter. Die staatlichen Ausrüstungsinvestitionen legten 2025 gegenüber dem Vorjahr um 47,7 Prozent zu. Nach Angaben der Statistiker ist dies auch auf Mehrausgaben für militärische Waffensysteme und sonstige Beschaffungen der Bundeswehr zurückzuführen. Im Jahr 2024 hatte der Zuwachs bei den Ausrüstungsinvestitionen noch 7,6 Prozent betragen.
Die staatlichen Bauinvestitionen entwickelten sich dagegen deutlich schwächer. Sie stiegen 2025 nur um 2,0 Prozent, nachdem sie in den Vorjahren noch deutlich stärker zugelegt hatten. Allerdings waren die Baupreise in den Jahren 2022 bis 2024 ebenfalls kräftig gestiegen. Die Investitionen in sonstige Anlagen, darunter vor allem Forschung und Entwicklung sowie Software, nahmen 2025 um 5,2 Prozent zu.
Auch gemessen an den gesamten Staatsausgaben gewannen Investitionen an Bedeutung. Ihr Anteil stieg 2025 auf 6,5 Prozent. Im Jahr zuvor hatte er bei 6,1 Prozent gelegen, 2023 bei 5,9 Prozent. Im ersten Quartal 2026 schwächte sich die Entwicklung allerdings ab: Die staatlichen Bruttoinvestitionen erhöhten sich nur noch um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Während die Ausrüstungsinvestitionen weiter kräftig zunahmen, gingen die Bauinvestitionen um 1,5 Prozent zurück. Destatis verweist dabei auf die ungewöhnlich kalte Witterung im Januar und Februar, die den Baufortschritt gebremst habe.
Insgesamt trug der Staat 2025 knapp ein Sechstel zu den gesamten Bruttoanlageinvestitionen in Deutschland bei. Diese beliefen sich auf 907,8 Milliarden Euro, der staatliche Anteil lag bei 16,3 Prozent. Bei den Bauinvestitionen betrug der staatliche Anteil 17,2 Prozent, bei sonstigen Anlagen 16,5 Prozent und bei Ausrüstungen 14,7 Prozent.
Im europäischen Vergleich blieb Deutschland trotz des kräftigen Anstiegs unterdurchschnittlich. Der Anteil der staatlichen Bruttoinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt lag 2025 bei 3,3 Prozent. Damit lag Deutschland unter dem Durchschnitt des Euroraums von 3,7 Prozent und unter dem Durchschnitt der Europäischen Union von 3,9 Prozent. Höhere Quoten verzeichneten unter anderem die Niederlande, Italien, Österreich, Frankreich und Polen. An der Spitze der Europäischen Union lag Estland mit 7,6 Prozent.




