Aktuelle Meldungen aus Politik, Wirtschaft und Justiz
Der reale Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe stieg im Mai 2025 gegenüber dem Vormonat um 0,4 % und lag 4,7 % über dem Vorjahreswert. Treiber waren vor allem der sonstige Fahrzeugbau und die Metallerzeugung, während die Automobilindustrie rückläufige Zahlen verzeichnete.
Tanken hat sich im Vergleich zur vergangenen Woche wieder verbilligt, insbesondere Benzin ist spürbar günstiger. Auch bei Diesel ist ein Rückgang zu verzeichnen, jedoch nicht in dem Ausmaß, der angemessen wäre – insbesondere, wenn man die unterschiedliche Besteuerung berücksichtigt.
Ein „Boomer-Soli“ – eine Solidaritäts-Sonderabgabe auf sämtliche Alterseinkünfte – kann ein wichtiger Baustein zur Stabilisierung des Rentensystems in Deutschland sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Die Abgabe würde gezielt Personen mit hohen Alterseinkünften moderat zur Kasse bitten, um einkommensschwache Rentner*innen zu unterstützen und damit das Risiko für Altersarmut zu reduzieren.
Die Stimmung im Wohnungsbau hat sich im Juni 2025 deutlich verbessert – der ifo-Geschäftsklimaindex erreichte den besten Wert seit fast zwei Jahren. Trotz leichter Entspannung bei Auftragsmangel und Erwartungen bleibt die Lage angespannt, Stornierungen und Finanzierungskosten belasten weiterhin die Branche.
Das Geschäftsklima im Groß- und Produktionsverbindungshandel hat sich im Juni leicht verbessert, bleibt jedoch insgesamt negativ. Trotz vorsichtiger Hoffnung durch staatliche Anreize und steigenden Konsum rechnen viele Unternehmen weiterhin mit Personalabbau.
Laut einer neuen IW-Studie werden in Deutschland bis 2028 rund 768.000 Fachkräfte fehlen – besonders betroffen sind Verkaufs-, Metall- und Erziehungsberufe. Trotz teilweise sinkender Beschäftigung verschärft sich der Mangel, weil altersbedingt viele Beschäftigte ausscheiden und nicht genug Nachwuchs nachkommt.
Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes könnten bis zu 6,6 Millionen Jobs von der geplanten Mindestlohnerhöhung auf 13,90 Euro zum 1. Januar 2026 betroffen sein – vor allem Frauen, Ostdeutsche und Beschäftigte im Gastgewerbe. Mit der weiteren Anhebung auf 14,60 Euro ab 2027 steigt die Zahl der potenziell betroffenen Jobs auf bis zu 8,3 Millionen.
Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte lagen im Mai 2025 um 2,4 % über dem Vorjahresniveau, wobei pflanzliche Produkte stark billiger (-10,8 %) und tierische deutlich teurer (+11,6 %) wurden. Besonders auffällig waren der Preisverfall bei Speisekartoffeln (-41,3 %) und der Preisanstieg bei Milch (+17,9 %) sowie bei Rindfleisch (+41,6 %).
Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen in Europa sinkt 2025 auf 1,46 Millionen und wird sich laut EUROCONSTRUCT-Prognose frühestens 2026 leicht erholen. Besonders stark ist der Rückgang in Deutschland, wo 2026 voraussichtlich nur noch 185.000 Wohnungen fertiggestellt werden – ein Tiefstand trotz verbesserter Rahmenbedingungen.
Im Juni 2025 wurden in Deutschland 2,4 % mehr Regelinsolvenzen beantragt als im Vorjahresmonat. Besonders betroffen waren im April 2025 die Branchen Verkehr und Lagerei, während die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 11,5 % stieg – bei deutlich geringeren Gläubigerforderungen als im Vorjahr.
Die Großhandelspreise stiegen im Juni 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 %, vor allem wegen deutlich teurerer Nahrungs- und Genussmittel. Besonders stark verteuerten sich Kaffee, Tee und Kakao (+26,2 %) sowie Zucker und Backwaren (+18,2 %), während Brennstoffe und Altmaterialien günstiger wurden.
Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland stiegen im Mai 2025 um 3,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat und damit ebenso stark wie zuletzt im Februar. Besonders kräftige Preiszuwächse gab es bei Ausbauarbeiten und einzelnen Rohbaugewerken wie Holzbau und Dachdeckungen.
Die Inflationsrate in Deutschland lag im Juni 2025 bei +2,0 % und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Oktober 2024, wobei sinkende Energie- und Nahrungsmittelpreise maßgeblich zur Entlastung beitrugen. Gleichzeitig blieben Dienstleistungen als Preistreiber bestehen, während die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat stabil blieben.
Deutschland belegt laut einer aktuellen WIPO-Studie weltweit Platz drei bei Investitionen in immaterielle Vermögenswerte wie Forschung, Software und Marken – hinter den USA und Frankreich. Gleichzeitig zeigt die Studie Schwächen bei Investitionen in materielle Güter wie Infrastruktur und Maschinen, die in Deutschland zuletzt rückläufig waren.
Vor allem ein spürbarer Anstieg des Rohölpreises während der vergangenen Woche hat im selben Zeitraum die Preise an den Zapfsäulen nach oben getrieben. Wie die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland zeigt, kostet ein Liter Super E10 im Schnitt aktuell 1,687 Euro und damit 0,7 Cent mehr als vor einer Woche. Der Dieselpreis hat währenddessen um 1,9 Cent zugelegt und liegt jetzt bei 1,628 Euro.
Das Bundeskartellamt hat in seinem Jahresbericht 2024/25 zentrale Entwicklungen bei der Kontrolle großer Digitalkonzerne, der Kartellverfolgung und Fusionskontrolle vorgestellt. Präsident Andreas Mundt betont die Bedeutung wirksamen Wettbewerbs für Innovation, faire Preise und eine stabile Marktwirtschaft – insbesondere auch im Bereich KI, Fernwärme und dem Mineralölsektor.
Laut ifo Institut würde der Verzicht auf eine Stromsteuersenkung für Privathaushalte das BIP-Wachstum in diesem und dem kommenden Jahr um insgesamt 0,1 Prozentpunkte schmälern. Hinzu kommt ein schwer kalkulierbarer Schaden durch Vertrauensverlust, der die konjunkturelle Erholung zusätzlich belasten könnte.
Wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in einer heute veröffentlichten Analyse feststellt, ist die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland im Juni leicht gesunken. Im zweiten Quartal 2025 wurden dennoch die Rekordwerte des vorangegangenen Quartals übertroffen und die höchsten Insolvenzzahlen seit 2005 gemessen.