Öffentliche Schulden steigen auf Rekordwert von 2,7 Billionen Euro

Wiesbaden, 24. Juni 2026 (JPD) Die öffentliche Verschuldung in Deutschland ist im ersten Quartal 2026 deutlich gestiegen. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes erhöhte sich der Schuldenstand des Öffentlichen Gesamthaushalts gegenüber dem Vorquartal um 64,9 Milliarden Euro beziehungsweise 2,4 Prozent auf insgesamt 2,726 Billionen Euro.

Den größten Anteil an dem Anstieg hatte der Bund. Seine Schulden erhöhten sich um 44,4 Milliarden Euro auf 1,885 Billionen Euro. Maßgeblich hierfür waren insbesondere höhere Verbindlichkeiten der Sondervermögen. Das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität weitete seine Verschuldung um 44,7 Prozent auf 35,2 Milliarden Euro aus. Die Schulden des Sondervermögens Bundeswehr stiegen um 10,2 Prozent auf 47,4 Milliarden Euro.

Auch die Länder verzeichneten einen Anstieg ihrer Verschuldung. Zum Ende des ersten Quartals beliefen sich ihre Schulden auf 642,2 Milliarden Euro und lagen damit 17,6 Milliarden Euro beziehungsweise 2,8 Prozent über dem Stand des Vorquartals. Den stärksten Zuwachs meldete Sachsen-Anhalt mit 10,2 Prozent, gefolgt von Niedersachsen mit 6,4 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 4,6 Prozent. In Nordrhein-Westfalen wirkte sich insbesondere die Übernahme kommunaler Altschulden durch das Land aus. Rückgänge wurden dagegen für Bremen (-4,2 Prozent), Schleswig-Holstein (-1,5 Prozent) und Bayern (-1,2 Prozent) registriert.

Die Verschuldung der Gemeinden und Gemeindeverbände erhöhte sich um 3,0 Milliarden Euro oder 1,5 Prozent auf 199,3 Milliarden Euro. Besonders stark stiegen die Schulden der Kommunen in Bayern (+7,6 Prozent), Brandenburg (+5,6 Prozent) und Baden-Württemberg (+5,6 Prozent). In Nordrhein-Westfalen sank die kommunale Verschuldung hingegen um 2,8 Prozent, nachdem das Land im Rahmen des Altschuldenentlastungsgesetzes einen Teil der kommunalen Verbindlichkeiten übernommen hatte.

Die Sozialversicherung blieb nahezu schuldenfrei. Ihre Verschuldung verringerte sich gegenüber dem Vorquartal um 1,8 Prozent auf rund 9,3 Millionen Euro.

Mit einem Schuldenstand von mehr als 2,7 Billionen Euro erreichte die öffentliche Verschuldung damit einen neuen Höchstwert. Treiber der Entwicklung waren vor allem die Kreditaufnahme des Bundes sowie höhere Schuldenstände bei mehreren Ländern und Kommunen.

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