Importpreise steigen so stark wie seit Ende 2022 nicht mehr

Wiesbaden, 30. Juni 2026 (JPD). Die Importpreise in Deutschland sind im Mai 2026 so stark gestiegen wie seit Ende 2022 nicht mehr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Einfuhrpreise um 6,8 Prozent höher als im Mai 2025. Gegenüber April 2026 erhöhten sie sich um 0,7 Prozent.

Damit setzte sich der Anstieg der Importpreise deutlich beschleunigt fort. Im April hatte die Jahresrate noch bei 5,3 Prozent gelegen, im März bei 2,3 Prozent. Einen stärkeren Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat hatte es zuletzt im Dezember 2022 gegeben. Damals waren die Importpreise um 9,6 Prozent höher gewesen als ein Jahr zuvor.

Haupttreiber der Entwicklung waren im Mai erneut Vorleistungsgüter und Energie. Importierte Vorleistungsgüter verteuerten sich gegenüber Mai 2025 um 10,1 Prozent. Besonders kräftig stiegen die Preise für Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug daraus, die um 30,3 Prozent teurer wurden. Edelmetalle und entsprechendes Halbzeug lagen sogar um 46,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Auch Düngemittel und Stickstoffverbindungen wurden mit einem Plus von 31,4 Prozent deutlich teurer importiert.

Noch stärker fiel der Preisanstieg bei Energie aus. Importierte Energie kostete im Mai 2026 insgesamt 37,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes wirkten sich dabei weiterhin die Folgen des Iran-Kriegs auf die Energiepreise aus. Besonders deutlich verteuerten sich Erdöl mit 59,3 Prozent und Mineralölerzeugnisse mit 57,3 Prozent. Auch elektrischer Strom, Steinkohle und Erdgas lagen spürbar über dem Niveau von Mai 2025.

Ohne Energie gerechnet stiegen die Importpreise im Mai um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Werden nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse herausgerechnet, lag der Importpreisindex um 4,2 Prozent über dem Stand von Mai 2025.

Nicht alle Warengruppen verteuerten sich. Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Durchschnitt 5,5 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Deutlich billiger wurden unter anderem Rohkakao, lebende Schweine und Rohkaffee. Auch importierte Konsumgüter lagen mit einem Minus von 1,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Nahrungsmittel wurden insgesamt 6,2 Prozent günstiger importiert.

Auch die Exportpreise stiegen im Mai deutlich. Sie lagen um 3,4 Prozent höher als im Mai 2025 und um 0,5 Prozent höher als im April 2026. Das war der stärkste Anstieg der Ausfuhrpreise gegenüber dem Vorjahresmonat seit Februar 2023. Damals hatte das Plus 6,6 Prozent betragen.

Bei den Exportpreisen hatten vor allem Vorleistungsgüter wegen ihres hohen Anteils am Gesamtindex großen Einfluss. Sie verteuerten sich um 5,6 Prozent gegenüber Mai 2025. Exportierte Energie war um 33,6 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Besonders stark stiegen die Preise für Mineralölerzeugnisse, die um 51,7 Prozent über dem Vorjahreswert lagen.

Dagegen wurden landwirtschaftliche Güter im Mai 2026 günstiger exportiert. Ihre Preise lagen 6,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Auch exportierte Konsumgüter waren im Durchschnitt leicht billiger als im Mai 2025.

Die Außenhandelspreisindizes werden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf Grundlage der vertraglich vereinbarten Preise berechnet, zu denen inländische Unternehmen Waren aus dem Ausland einkaufen oder ins Ausland verkaufen. Steuern und Zölle sind darin nicht enthalten.

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