
München, 24. August 2026 (JPD). Die Alterung der Gesellschaft ist nach einer Analyse des ifo Instituts der wichtigste Treiber für den langfristigen Anstieg der Sozialausgaben in Deutschland. Die Ausgaben für Alter und Krankheit machten 2025 zusammen rund 70 Prozent der gesamten Sozialausgaben aus. Zugleich waren sie für mehr als 80 Prozent des realen Ausgabenzuwachses seit 1992 verantwortlich.
Als zentralen strukturellen Kostentreiber nennt das Institut den demografischen Wandel. Dieser verschärfe zugleich die Verteilung der finanziellen Lasten zwischen den Generationen.
Auch in den vergangenen Jahren sind die Sozialausgaben deutlich gestiegen. Preisbereinigt erhöhten sie sich nach Berechnungen des ifo Instituts zwischen 2019 und 2025 um 11,5 Prozent beziehungsweise 104 Milliarden Euro.
Gleichzeitig nahm das Sozialbudget stärker zu als die Wirtschaftsleistung. Die Sozialbudgetquote, also das Verhältnis der Sozialausgaben zum Bruttoinlandsprodukt, stieg von 29,6 Prozent im Jahr 2019 auf 32 Prozent im Jahr 2025. Damit wurde nach Angaben des Instituts ein neuer Höchststand erreicht.
Neben dem langfristigen demografischen Wandel trägt nach Einschätzung der Forscherinnen auch die schwache wirtschaftliche Entwicklung zur steigenden Sozialbudgetquote bei. Wachse das Sozialbudget schneller als das Bruttoinlandsprodukt, erhöhe sich dessen Anteil an der Wirtschaftsleistung zusätzlich.
Zu den wichtigsten aktuellen Kostentreibern gehören laut ifo die steigenden Ausgaben für Krankheit und Pflege einer alternden Versichertenbasis sowie höhere Rentenzahlungen des Bundes.
Für die kommenden Jahre rechnen die Forscherinnen mit einer weiteren Verschärfung. Mit zunehmender Alterung der Bevölkerung dürften auch die Sozialausgaben weiter steigen. Eine Begrenzung dieser Entwicklung sei nach Einschätzung der Autorinnen nur durch Reformen der sozialen Sicherungssysteme möglich.





