
München, 8. Juli 2026 (JPD). Der europäische Fußballmarkt hat in der Saison 2024/2025 erstmals die Marke von 40 Milliarden Euro überschritten. Nach der 35. Ausgabe des „Annual Review of Football Finance“ von Deloitte stiegen die Erlöse um sechs Prozent auf 40,2 Milliarden Euro. In der Vorsaison hatten sie noch bei 38 Milliarden Euro gelegen.
Mehr als die Hälfte des Umsatzes entfiel auf die fünf großen europäischen Ligen. Die sogenannten „Big Five“-Ligen erzielten zusammen 21,6 Milliarden Euro, nach 20,4 Milliarden Euro in der Saison 2023/2024. Den höchsten Umsatz erwirtschaftete erneut die englische Premier League mit 8,1 Milliarden Euro. Dahinter folgte die Bundesliga mit 4,3 Milliarden Euro vor der spanischen LaLiga mit 4,1 Milliarden Euro. Danach kamen die italienische Serie A und die französische Ligue 1.
Trotz des Wachstums verschlechterte sich die Ertragslage der europäischen Top-Ligen. Die aggregierten Vorsteuerverluste der fünf großen Ligen stiegen um rund 800 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro. Lediglich die Bundesliga und LaLiga erzielten nach Deloitte-Angaben einen aggregierten Vorsteuergewinn. In der Bundesliga lag dieser bei rund 300 Millionen Euro, in LaLiga bei rund 30 Millionen Euro.
Für die kommenden Spielzeiten erwartet Deloitte eine Verlangsamung des Umsatzwachstums. Während für die Premier League weiteres Wachstum prognostiziert wird, könnten die Erlöse in anderen Ligen stagnieren oder zurückgehen. Stefan Ludwig, Leiter der deutschen Sport Business Gruppe, verwies darauf, dass die Ausweitung der UEFA- und FIFA-Wettbewerbe zwar finanzielle Vorteile gebracht habe, diese Ausschüttungen aber nur wenigen Clubs zugutekämen. Nachhaltiges Wachstum könne nicht allein durch immer mehr Inhalte entstehen.
Die Premier League blieb in der Saison 2024/2025 die umsatzstärkste Liga Europas. Ihre Erlöse stiegen um zehn Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Wichtigste Einnahmequelle waren Medienerlöse mit 4,0 Milliarden Euro. Kommerzielle Erlöse trugen 2,9 Milliarden Euro bei, Spieltagerlöse 1,2 Milliarden Euro.
Die Bundesliga überschritt erstmals die Vier-Milliarden-Euro-Marke. Der Umsatz der Clubs stieg um zwölf Prozent beziehungsweise 0,5 Milliarden Euro auf 4,3 Milliarden Euro. Treiber waren höhere kommerzielle Erlöse, gestiegene Ausschüttungen aus UEFA- und FIFA-Wettbewerben sowie höhere Spieltagerlöse.
Im Vergleich der fünf großen Ligen verzeichnete die Bundesliga den höchsten Zuschauerschnitt und mit 54 Prozent die niedrigste durchschnittliche Personalaufwandsquote. Zudem erzielten die Bundesliga-Clubs mit 0,4 Milliarden Euro das höchste operative Ergebnis ihrer Geschichte. Zum dritten Mal in Folge erwirtschaftete die Liga einen aggregierten Vorsteuergewinn.
LaLiga kam in der Saison 2024/2025 auf Gesamterlöse von 4,1 Milliarden Euro, ein Plus von neun Prozent. Mehr als die Hälfte des Umsatzes entfiel dabei auf Real Madrid und den FC Barcelona. In der Serie A stiegen die Erlöse um vier Prozent auf rund drei Milliarden Euro. Auch dort entfiel ein erheblicher Anteil auf wenige Spitzenclubs, insbesondere Juventus Turin, Inter Mailand und AC Mailand.
Die französische Ligue 1 verzeichnete dagegen einen deutlichen Rückgang. Ihr Gesamtumsatz sank von 2,6 Milliarden Euro auf 2,2 Milliarden Euro. Leichte Zuwächse bei Spieltag- und Medienerlösen konnten den Rückgang der kommerziellen Erlöse nicht ausgleichen.






