Braunschweig/Hannover, 2. Juli 2026 (JPD). Die Sanierung des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Braunschweig-Salzgitter e. V. hat eine entscheidende Hürde genommen. Die Gläubigerversammlung stimmte dem vorgelegten Insolvenzplan am 30. Juni 2026 einstimmig zu. Damit ist der Weg für eine langfristige Fortführung wesentlicher Kernbereiche des regionalen Verbandes der Freien Wohlfahrtspflege und Hilfsorganisation frei.
Für den Zeitraum des Verfahrens waren die Restrukturierungsexperten Dr. Florian Harig und Silvio Höfer von Anchor Rechtsanwälte als zusätzliche Vorstände in den Vereinsvorstand berufen worden. Sie steuerten den Sanierungsprozess rechtlich und operativ. Harig bezeichnete den Insolvenzplan nach der Abstimmung als beste Lösung für die Gläubiger und für eine stabile Zukunft des DRK-Kreisverbands. Auch Sachwalterin Dr. Stefanie Zulauf von Eckert Rechtsanwälte wertete die einstimmige Annahme als Vertrauensbeweis in das Sanierungskonzept.
Der 1948 gegründete DRK-Kreisverband Braunschweig-Salzgitter bildet mit seinen Tochtergesellschaften eine regionale DRK-Gruppe mit einem Jahresumsatz von zuletzt mehr als 20 Millionen Euro. Zum Leistungsangebot gehören unter anderem Rettungsdienst, Sozialberatung, Schuldnerberatung, Angebote für Eltern in Trennung und Alleinerziehende sowie Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Dazu zählen Familienzentren, Krippen, Kindertagesstätten, Schulkindbetreuungen und ein Jugendzentrum.
Im Zuge der Sanierung wurden die finanzielle Basis und die Strukturen des Verbandes neu geordnet. Zugleich waren operative Einschnitte erforderlich. Die defizitäre Tagespflege in Salzgitter-Gebhardshagen und die Sozialstation am Queckenberg in Braunschweig wurden dauerhaft geschlossen. Die dort betreuten pflegebedürftigen Gäste konnten nach Angaben der Beteiligten an andere Träger in der Region vermittelt werden. Die DRK-Rettungsstation in Salzgitter wurde einem neuen Träger übergeben.
Trotz der Schließungen bleiben rund 400 Arbeitsplätze erhalten. Von ursprünglich etwa 450 Mitarbeitenden waren knapp 40 vom Personalabbau betroffen. Der operative Betrieb in den verbleibenden Einrichtungen lief nach Angaben des Verbandes ohne Unterbrechung weiter, insbesondere im Bereich Kinder und Jugend.
Nach der bevorstehenden Aufhebung des Verfahrens sollen Harig und Höfer vereinbarungsgemäß aus dem Vereinsvorstand ausscheiden. Nico Seefeldt Kazazi wird den DRK-Kreisverband Braunschweig-Salzgitter dann als alleiniger Vorstand weiterführen. Nach seiner Einschätzung ist der Verband durch die strukturellen Änderungen resilienter und zukunftssicherer aufgestellt. Auf dieser Grundlage sollen nun auch Modernisierungsschritte wie die Digitalisierung der Einrichtungen vorangetrieben werden.






