Deutsche Stahlproduktion steigt – Nachfrage bleibt schwach

Berlin, 21. Juli 2026 (JPD). In Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 18,6 Millionen Tonnen Rohstahl produziert. Das waren rund neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte die Wirtschaftsvereinigung Stahl mit.

Auf das Gesamtjahr hochgerechnet entspräche dies einer Produktion von rund 37 Millionen Tonnen. Damit würde die Branche weiterhin unter der Marke von 40 Millionen Tonnen bleiben, die der Verband als Voraussetzung für eine wirtschaftlich tragfähige Auslastung ansieht.

Nachfrage wichtiger Industriezweige bleibt schwach

Die höhere Produktion sei nach Einschätzung des Verbands vor allem auf eine technische Gegenbewegung und das Auffüllen von Lagerbeständen zurückzuführen. Die Nachfrage aus der Bauwirtschaft, dem Maschinen- und Anlagenbau sowie der Automobilindustrie habe sich dagegen weiterhin schwach entwickelt.

Zusätzlich habe ein hoher Importdruck den europäischen Stahlmarkt belastet. Der Verband begrüßte deshalb das zum 1. Juli eingeführte EU-Handelsschutzinstrument mit länder- und produktspezifischen Zollkontingenten. Bei deren Überschreitung wird ein Zusatzzoll von 50 Prozent erhoben.

Verband fordert schnellere Investitionen

Die angekündigten Investitionen in Infrastruktur und Klimaneutralität müssten nach Ansicht der Wirtschaftsvereinigung Stahl zügig in konkrete Projekte umgesetzt werden. Bei öffentlichen Vergaben sollten neben dem Preis auch Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und industrielle Wertschöpfung in der Europäischen Union berücksichtigt werden.

Zudem forderte der Verband wettbewerbsfähigere Energiepreise. Angestrebt werde ein industrieller Strompreis von insgesamt 50 Euro je Megawattstunde einschließlich Netzentgelten, Steuern und Umlagen.

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